Qualitätsinstitut

Bundesrat bittet erneut

Die Länder wollen einen Fuß in der Tür des Qualitätsinstituts haben - einmal abgeblitzt sind sie schon.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats empfiehlt der Länderkammer, erneut auf mehr Mitwirkung der Länder im GBA und im geplanten Institut für Qualitätssicherung und Transparenz zu drängen. Es sei notwendig, dass die Länder "stärker in die Qualitätsentwicklung und deren Umsetzung eingebunden werden", heißt es in der Beschlussvorlage für eine Entschließung.

Der Bundesrat wird am 11. Juli über die Empfehlungen zum Finanzstruktur- und Qualitätsweiterentwicklungs-Gesetz (FQWG) beraten.

Zuvor hatten die Länder vergeblich weiterreichende Einflussmöglichkeiten auf das Qualitätsinstitut verlangt. Sie wollten beispielsweise unmittelbar Arbeitsaufträge an das Institut formulieren dürfen, doch die Bundesregierung hat dies abgelehnt.

Der Bundesrat hatte argumentiert, viele GBA-Richtlinien zur Qualitätssicherung würden in Länderzuständigkeiten eingreifen. Nötig sei deshalb ein Mitberatungsrecht der Länder im GBA. Doch auch hier hält die Bundesregierung die Tür zu.

Vorschlag für Nationalen Diabetesplan stößt auf Zustimmung

Unzufrieden ist der Bundesrat auch bei den kürzlich vereinbarten Hilfen für Hebammen. Vorgesehen sind unter anderem Zuschläge, die die Kassen seit Anfang Juli zu zahlen haben. Damit stünden "dauerhafte und tragfähige Lösungen" nach wie vor aus, moniert der Gesundheitsausschuss.

Zudem fordert der Länderausschuss von der Regierung, eine Versicherungslösung zu entwickeln, die "perspektivisch eine allgemeine Haftpflichtversicherung gegen Medizinschäden" ermöglicht.

Geprüft werden solle dabei, ob dafür das Aufgabenspektrum der Berufsgenossenschaften um eine solche Haftpflichtversicherung für Gesundheitsberufe erweitert werden könne.

Eine Mehrheit im Gesundheitsausschuss hat zudem der Vorschlag für einen Nationalen Diabetesplan gefunden, den fünf Länder im Juni in die Länderkammer eingebracht haben. Der Ausschuss rät, die Entschließung solle auch "Strategien zur Reduzierung und Transparenz von Zuckergehalt in Lebensmitteln" umfassen.

Der Diabetesplan soll nach Vorstellung der Länder diese Komponenten beinhalten: Präventionsstrategien, Früherkennungsmaßnahmen, Vorschläge für neue Versorgungsmodelle und für die Stärkung der Selbsthilfe. Zugleich bitten die Länder darum, "weitreichend" in die Planungen einbezogen zu werden.

Verbände wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hatten die Initiative der Länder begrüßt: "Die Entschließung des Bundesrats geht auf Forderungen ein, die die Deutsche Diabetes Gesellschaft seit vielen Jahren stellt", hieß es. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Abb. 1: Studie DECLARE-TIMI 58: primärer Endpunkt „kardiovaskulärer Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz“ in der Gesamtkohorte

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [4]

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 Präventiv statt reaktiv: Bei Typ-2-Diabetes mit Risikokonstellation Folgeerkrankungen verhindern

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie ticken Menschen mit Autismus, Professorin Freitag?

Lesetipps
Ein Impfbuch.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Männer spielen Beachvolleyball

© LuneVA/peopleimages.com / stock.adobe.com

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?