Corona-Risikogruppen

Bundesregierung plant Versand von FFP2-Masken ab Januar

Seit Dienstag können sich ältere und vorerkrankte Menschen in der Apotheke FFP2-Masken abholen. Das hat zu langen Warteschlangen geführt. Laut Kanzlerin Angela Merkel wird jetzt auch über andere Wege nachgedacht.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Passanten stehen in Hannover Schlange vor einer Apotheke. Seit dem 15. Dezember sollen Apotheken wegen der Corona-Pandemie pro Person drei Schutzmasken gratis aushändigen.

Passanten stehen in Hannover Schlange vor einer Apotheke. Seit dem 15. Dezember sollen Apotheken wegen der Corona-Pandemie pro Person drei Schutzmasken gratis aushändigen.

© Julian Stratenschulte/dpa

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Vorgehen bei der Ausgabe von FFP2-Masken an Corona-Risikogruppen gegen Kritik verteidigt. „Wir standen vor der Frage, vor Weihnachten nichts zu tun oder dies zu tun“, sagte Merkel bei einer Regierungsbefragung am Mittwoch im Bundestag.

„Im Großen und Ganzen“ habe die Ausgabe der Masken aber gut funktioniert, betonte Merkel. Ältere Menschen, die aus Vorsicht das Haus oder die Wohnung derzeit lieber nicht verlassen wollten, würden die Masken im Januar dann auf einem anderen Weg bekommen.

Versand als „zweiter Schritt“

Merkel ging damit auf eine Frage aus der FDP-Fraktion ein. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Liberalen, Christine Dugnus-Aschenberg, hatte darauf hingewiesen, dass sich wegen der Abholung der FFP2-Masken vor vielen Apotheken lange Schlangen gebildet hätten. Für ältere Menschen bedeute das ein zusätzliches Infektionsrisiko – zumal die Politik Angehörigen vulnerabler Gruppen rate, derzeit lieber zu Hause zu bleiben. Daher sei es wohl besser, die Masken zu verschicken, so Dugnus-Aschenberg. Merkel antwortete darauf, dass dies „in einem zweiten Schritt“ auch geschehen solle.

Anfang der Woche hatten bereits die Grünen die Verteilung FFP2-Masken als umständlich kritisiert und erklärt, lange Warteschlangen vor Apotheken seien angesichts hoher Infektionszahlen nicht gerade hilfreich.

Anspruch auf FFP2-Masken

Laut Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung können sich über 60-Jährige sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren seit Dienstag drei kostenlose FFP2-Masken oder vergleichbare Masken in der Apotheke abholen. Dazu genügt die Vorlage des Personalausweises oder die nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen. Zur Abholung kann auch eine Person bevollmächtigt werden.

Ab Januar sollen berechtigte Patienten mit weiteren Masken versorgt werden. Sie erhalten dann zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren Krankenkassen oder ihrer privaten Krankenversicherung. Anspruchsberechtigte zahlen pro eingelöstem Coupon einen Eigenanteil von zwei Euro hinzu.

Nach Impfung weiter Maske?

Mit Blick auf die geplanten Impfungen gegen das Coronavirus auch in Deutschland erklärte Merkel, die Bundesregierung habe bei sechs Herstellern Impfdosen „gebucht“. „Am schnellsten“ zu erwarten sei die Zulassung des von BioNTech und Pfizer entwickelten Impfstoffs. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Dienstag mitgeteilt, sie peile eine Zulassung dieses Impfstoffs für kommenden Montag an.

Eine Impfstrategie sei fortlaufend und je nach wissenschaftlichem Erkenntnisstand anzupassen, so Merkel. Absehbar sei, dass auch Geimpfte zunächst weiter Maske tragen müssten, da bisher nicht geklärt sei, ob ein immunisierter Mensch ansteckend sei oder nicht. „Das muss weiter erforscht werden.“

Ziel sei eine Herdenimmunität von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung. Wenn sich das nicht erreichen lasse, „werden wir noch sehr lange eine Maske tragen müssen“. Eine Impfpflicht sei nicht geplant, stellte Merkel klar.

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