Berufspolitik

Bundesregierung plant nationales Aktionsprogramm gegen Krebs

BERLIN (ble). Die Bundesregierung plant einen nationalen Aktionsplan gegen Krebs. Der Zeitpunkt dafür sei gut, sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk (SPD), bei der Auftaktveranstaltung des 28. Deutschen Krebskongresses in Berlin. Bereits von 1979 bis 1992 hatte es ein solches Programm gegeben.

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Deutschland brauche einen „neuen Anlauf“ in der Bekämpfung der Krankheit, so Caspers-Merk. Zwar seien in den vergangenen Jahren bei der Überlebensrate nach Therapien oder durch die Zertifizierung von 163 Brustzentren große Erfolge erzielt worden, doch liege Deutschland bei den Neuerkrankungen europaweit noch immer im oberen Drittel. Zudem nähmen nur 18 Prozent der Männer und jede zweite Frau Angebote zu Früherkennungsuntersuchungen wahr. „Das ist zu wenig“, so Caspers-Merk.

Mit Blick auf die Umsetzung der Nichtraucherschutzgesetze in den Bundesländern bat die Politikerin die Mediziner und Krebsgesellschaften um Unterstützung. Zurzeit gebe es einen „Rollback“ in der öffentlichen Debatte. Um bei der Zahl der tödlichen Lungenkrebserkrankungen nennenswerte Fortschritte zu erzielen, müsse die Raucherquote in der Bevölkerung von heute 33 Prozent auf 20 Prozent gesenkt werden.

Der Kongresspräsident Professor Manfred Kaufmann von der Universitätsklinik in Frankfurt am Main erneuerte seine Forderung nach einem nationalen Krebsregister. Zudem müsse es mehr Mittel für die Forschung geben. Diese lägen in Deutschland bei knapp vier Euro pro Bürger, in den USA bei fast 18 Euro. Wichtig sei eine Enttabuisierung der Krankheit. 50 Prozent der an Krebs erkrankten Patienten könnten inzwischen geheilt werden. „Krebs muss kein Todesurteil mehr sein“, so Kaufmann. Er forderte zudem gezielte Kampagnen, um mehr Menschen zur Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen zu bewegen.

Weitere Berichte vom Deutschen Krebskongress finden Sie hier »

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