15-Punkte-Programm

CDU-Vision: Realer Hausarzt im Digitalen Dorf

Die Union will kurz vor der Bundestagswahl mit dem Versprechen gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land punkten – auch was Digitalisierung und gesundheitliche Versorgung betrifft. Dafür soll bereits am Medizinstudium angesetzt werden.

Veröffentlicht:
Die CDU will für gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land sorgen. Auch gegen den Ärztemangel auf dem Land will sie etwas tun.

Die CDU will für gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land sorgen. Auch gegen den Ärztemangel auf dem Land will sie etwas tun.

© Tom Weller / dpa

Berlin. Die CDU will „junge Leute fürs Land begeistern“, die medizinische und pflegerische Versorgung denkt die Partei von Kanzlerkandidat Armin Laschet gleich mit. Das geht aus einem 15-Punkte-Programm „Gut leben in der Stadt und auf dem Land, in Ost und West“ hervor, das die Partei kurz vor den Wahlen vorgelegt hat.

Dafür soll massiv in die Infrastruktur ländlicher Gemeinden investiert werden. Das Geld soll in Schienen und Straßen fließen, in Bildung und Kinderbetreuung. Ziele sind der Aufbau von Co-Working-Spaces, von Plattformen für den Vertrieb von Waren aus den Regionen und von komplett digitalen Verwaltungsleistungen. Das alles soll zunächst in Musterdörfern erprobt und dann in eine „Smart-Country-Strategie“ einfließen.

5000 Studienplätze für Medizin

Für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land will die CDU „Vorfahrt für Landärzte und –ärztinnen“ gewähren. Die Partei hat erkannt, dass in vielen ländlichen Regionen ein Mangel an Haus- und Fachärztinnen „droht“. Deshalb sollen, so verspricht das Papier, zusammen mit den Ländern 5000 zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin geschaffen werden.

Die Interessenten sollen über erhöhte Landarztquoten schon bei der Vergabe der Studienplätze aufs Land gesteuert werden. „Das Interesse daran ist riesengroß“, schreiben die Autoren des Papiers und berufen sich dabei auf Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen und weiteren Ländern.

Bereits auf einer Klausurtagung vor gut einem Jahr hatten sich Vertreter von CDU und CSU darauf verständigt, die Länder beim Aufbau von 5000 Medizinstudienplätzen zu unterstützen. Auch im Wahlprogramm von CDU und CSU tauchen diese Zahl und eine Erhöhung der Landarztquote über die heute zulässige Grenze von zehn Prozent hinaus auf.

Lesen sie auch

„Ambulante Fachkräfte“ gesucht

Offenbar sind sich die Autoren des Papiers bewusst, dass auch eine solche Anstrengung allein für eine flächendeckende hausärztliche Versorgung nicht ausreichen wird. Deshalb bauen sie in ihr Programm zusätzlich „Fachkräfte in der ambulanten Versorgung“ mit ein, die insbesondere chronisch Kranken und älteren Patienten eine große Hilfe sein könnten.

Möglicherweise sind damit VERAH und NäPa gemeint. Konkret angesprochen werden die bereits etablierten Kräfte zur Entlastung von Hausärzten in dem Papier nicht.

5G-Roboter für die Pflege

Der 5G-Standard im Funknetz soll bis 2025 nicht nur „an jeder Milchkanne“, sondern „flächendeckend über jedem Acker und jeder Landstraße“ Alltag werden. Über noch aufzubauende Gigabit-Glasfasernetze sollen digitale Anwendungen in „Digitalen Dörfern“ erprobt werden. Zum Programm zählt auch, „telemedizinische Angebote mit dem realen Hausarzt“ zu verknüpfen.

Für die Pflege auf dem Land halten die Unionsstrategen „bedarfsgerechte Angebotsstrukturen“ und „eine Innovationsoffensive für Robotik und Digitalisierung“ bereit. (af)

Mehr zum Thema

Befragung

PKV-Versicherte 2021 noch zufriedener

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit

Impfausweis mit Comirnaty-Eintrag: Welcher ist immunogener – der Corona-Impfstoff von BioNTech oder der von Moderna?

© Olga / stock.adobe.com

Corona-Studien-Splitter

Hohe Viruslasten auch bei Kindern möglich