Gender-Forschung

Charité prüft Frauen auf ihre Gesundheit

Frauen sind zwar meist gesundheitsbewusster als Männer. Sie unterschätzen aber oft ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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BERLIN. Unter dem Titel "Befri" - Berliner Frauen Risikoevaluation - erforscht das Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GIM) der Charité, ob Selbsteinschätzung und objektives Risiko für eine Herzerkrankung bei Frauen übereinstimmen.

Auch die Bereitschaft zur Prävention wird abgefragt. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen, aber auch ihre behandelnden Ärzte, das objektive Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eher unterschätzen.

Die Studie soll auf den Daten von rund 1000 Berlinerinnen aufbauen. Angeschrieben werden dazu dreimal so viele repräsentativ ausgewählte Frauen zwischen 25 und 75 Jahren. Die Studie sei die erste ihrer Art, so Studienleiterin Professor Vera Regitz-Zagrosek.

Sie könne "dazu beitragen, wichtige Informationslücken zur Frauengesundheit zu schließen und die Bereitschaft zur Vorsorge fördern", so Regitz-Zagrosek weiter.

150 Frauen bisher untersucht

Seit dem Start der Studie im November 2012 wurden über 150 Frauen befragt und untersucht. "Das ist ein gutes Ergebnis, das uns optimistisch stimmt", sagt die Internistin Dr. Sabine Oertelt-Prigione vom GIM.

Ein Zwischenergebnis: "Die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden von vielen Frauen, aber oft auch von ihren Ärzten unterschätzt", so Oertelt-Prigione.

Die Ausgangsthese der Studie, dass Herzerkrankungen von Frauen häufig nicht erkannt oder bereits bestehende Signale nicht wahrgenommen werden, habe sich schon bestätigt.

"Ich konnte bei einer Frau einen Herzinfarkt feststellen, bei anderen Frauen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck, der von den Studienteilnehmerinnen nicht wahrgenommen worden war", berichtet die Internistin.

Die Studienteilnehmerinnen füllen einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung aus. Zugleich werden medizinische und psychologische Parameter bei einem rund 90-minütigen Untersuchungstermin erhoben.

Die Daten werden mit den Frauen ausgewertet und entsprechende Präventionsempfehlungen besprochen. "Unsere ersten Studienteilnehmerinnen haben das als sehr positiv bewertet", so Oertelt-Prigione. (ami)

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