Medizinmüll

Corona-Pandemie führt zu mehr Umweltverschmutzung

Die Corona-Pandemie lässt die Müllberge anschwellen, berichtet die WHO. In vielen Ländern fehlen Abfallkonzepte für medizinische Materialien.

Veröffentlicht:
In Kliniken und Praxen ist die Müllmenge in der Pandemie gestiegen.

In Kliniken und Praxen ist die Müllmenge in der Pandemie gestiegen.

© Elena Cherkasova / stock.adobe.com

Genf. Die Corona-Pandemie belastet die Umwelt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einem deutlichen Mehr an medizinischen Abfällen.

Laut einer am Dienstag in Genf veröffentlichten Studie wurden allein über das Gesundheitssystem der Vereinten Nationen seit Ausbruch des Virus 87.000 Tonnen Schutzausrüstung verteilt; das entspricht der Fracht von 261.700 Jumbojets. Die bis Jahresende verabreichten acht Milliarden Impfdosen erzeugten 144 Tonnen Müll, darunter 87 Tonnen Glasampullen und 48 Tonnen Einwegspritzen.

Abfallmanagement nicht existent

Laut WHO fehlen in drei von zehn medizinischen Einrichtungen weltweit Systeme zur Abfalltrennung. In den am wenigsten entwickelten Ländern hat nicht mal jedes dritte Krankenhaus oder Versorgungszentrum ein grundlegendes Abfallmanagement. Ein beträchtlicher Teil des kunststoffhaltigen Mülls ende dort in der Landschaft oder in Gewässern.

Die WHO empfahl unter anderem den Umstieg auf nachhaltige und wiederverwendbare Materialien, die Einsparung von Schutzkleidung durch das Einhalten einfacher Hygieneregeln, kurze Transportwege durch regionale Produktion sowie eine fach- und umweltgerechte Entsorgung.

Die Pandemie habe dazu genötigt, sich mit vernachlässigten Aspekten bei Herstellung, Verwendung und Entsorgung medizinischer Materialien zu beschäftigen, sagte die Direktorin für Umweltfragen bei der WHO, Maria Neira. Auf allen Ebenen im Gesundheitswesen müsse es Veränderungen beim Abfallmanagement geben.

Zehnmal mehr infektiöser Müll

Der Gesundheitsbereich trägt laut Schätzungen vier bis fünf Prozent zu den global freigesetzten Treibhausgasen bei. Pandemiebedingt stieg laut WHO in Kliniken und Arztpraxen der Verbrauch an Schutzausrüstung wie Masken, Einweg-Kitteln oder Handschuhen. Nach einer Studie in fünf asiatischen Städten fielen pro Krankenbett und Tag 3,4 Kilo infektiöser Müll an; das Zehnfache gegenüber normalen Zeiten.

Die WHO-Studie bemängelt, vielfach seien Abfälle mit Bezug zur Pandemiebekämpfung fälschlicherweise generell als infektiös eingestuft worden. In Neu-Delhi habe sich so der medizinische Sondermüll auf dem Höhepunkt der Pandemie vervierfacht. (KNA)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Auswirkung auf Arzneiversorgung

Pharmaindustrie warnt vor Helium-Engpässen durch Irankrieg

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?