Pandemie und Bewegung

DAK: Nur jedes dritte Schulkind ist körperlich ausreichend aktiv

Zu wenig Sport, zu viel Sitzen am Schreibtisch: Die DAK-Gesundheit berichtet, dass viele Kinder und Jugendliche ein gefährliches Bewegungsdefizit aufweisen. Die Kasse betont: Das Problem hat sich in der Corona-Zeit nochmals verschärft.

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Kinder beim Sportunterricht: Laut einer Studie im Auftrag der DAK-Gesundheit weisen zwei Drittel aller Schulkinder in Deutschland Bewegungsmangel auf.

Kinder beim Sportunterricht: Laut einer Studie im Auftrag der DAK-Gesundheit weisen zwei Drittel aller Schulkinder in Deutschland Bewegungsmangel auf.

© Drazen / stock.adobe.com

Berlin. In der Corona-Pandemie hat sich das Problem fehlender Bewegung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland weiter verschärft. Das gelte vor allem für junge Menschen aus sozial benachteiligten Schichten, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Montag unter Verweis auf eine aktuelle Befragung unter Kindern und Jugendlichen mit.

Demnach ging im Vergleich zu der Zeit vor Ausbruch der Corona-Krise bei sozial benachteiligten Jungen und Mädchen der Anteil an ausreichend aktiven jungen Menschen um knapp ein Fünftel von 27 Prozent auf 22 Prozent zurück.

Laut Präventionsradar der DAK-Gesundheit besteht nach wie vor bei zwei Dritteln der Schulkinder Bewegungsmangel, was die kindliche Entwicklung „massiv“ gefährde, hieß es.

Im Schnitt verbrächten Schulkinder gut zwölf Stunden am Tag im Sitzen. Der Präventionsradar zeige zudem, dass mehr als jedes dritte Kind in der Corona-Zeit nach eigenen Aussagen weniger sportlich aktiv war. Von den sozial benachteiligten Schulkindern berichten dies sogar 44 Prozent.

Kinder aus sozial schwachen Schichten stark betroffen

Die DAK-Gesundheit untersucht seit 2016 das körperliche und psychische Wohlbefinden sowie das Gesundheitsverhalten der Schüler in den Klassenstufen 5 bis 10. Rund 18.000 Mädchen und Jungen aus 1100 Klassen in 13 Bundesländern waren bei der aktuellen sechsten Befragungswelle im Schuljahr 2021/2022 dabei. Befragt wurden die Kinder vom Institut für Therapie und Gesundheitsforschung in Kiel im Auftrag der DAK.

„Bewegungsarm“ sind laut Präventionsradar diejenigen, die nicht so regelmäßig und intensiv aktiv sind, wie es nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung entspricht. Demnach ist es ratsam, dass sich Kinder und Jugendliche täglich mindestens 90 Minuten „moderat bis intensiv“ bewegen.

60 Minuten sollen Alltagsaktivitäten gewidmet sein wie dem Fußweg zur Schule oder dem Treppensteigen im Schulgebäude. Die restliche Zeit soll auf eine intensive sportliche Aktivität entfallen, bei der man außer Atem kommt.

Bewegungsmangel für viele Krankheiten verantwortlich

Gemessen daran sind laut Kasse aktuell nur 32 Prozent aller befragten Jungen und Mädchen ausreichend körperlich aktiv. Im ersten Jahr der Pandemie lag der Anteil mit 29 Prozent noch darunter, weil viele Möglichkeiten, Sport zu treiben, wegen diverser Lockdowns fehlten. Vor der Pandemie hatten sich immerhin noch 35 Prozent der Kinder und Jugendlichen ausreichend bewegt.

„Der Bewegungsmangel der Jugend muss uns alarmieren, denn er ist für die verschiedensten Erkrankungen mitverantwortlich“, sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Der Mangel an Bewegung stelle ein großes Gesundheitsrisiko dar, das oft unterschätzt werde, sich aber auch verändern lasse, so Storm. „Wir müssen es uns zur Aufgabe machen, Freude an Bewegung wieder zu befördern und langes Sitzen zu verhindern.“ (hom)

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