DAK baut IV-Versorgung gegen den Trend weiter aus

Die DAK schließt einen neuen Vertrag mit einer Klinik in SchleswigHolstein zur Versorgung herzkranker Diabetiker.

Veröffentlicht:
Die DAK wirbt mit Verträgen zur Vernetzung der Versorgungsbereiche.

Die DAK wirbt mit Verträgen zur Vernetzung der Versorgungsbereiche.

© dpa

TIMMENDORFER STRAND (di). Wer einen Herzinfarkt erleidet, hat oft auch Diabetes - die Behandlung aber läuft zu selten Hand in Hand. Ein IV-Vertrag soll das ändern.

Während andere Kassenmanager sparen, um Zusatzbeiträge zu vermeiden, geht DAK-Chef Professor Herbert Rebscher in die Offensive. "Eine Kasse, die solche Verträge vereinbart, kann sicher nicht der billige Jakob aus dem Internet sein", sagte Rebscher bei der Vorstellung eines Integrationsvertrages mit der Curschmann Klinik in Timmendorfer Strand. Rebscher spielte damit auf die vielen gekündigten IV-Verträge anderer Kassen an.

Die DAK dagegen wirbt mit bundesweit 270 Verträgen zur Vernetzung der Versorgungsbereiche - Rebscher sieht seine Kasse in der Pflicht, den Versicherten Qualität anzubieten. Die finden sie nach Meinung der Kasse in der Curschmann Klinik.

Das Haus mit 169 Betten ist eine der bundesweit 20 Kliniken, die die Kriterien für das Zertifikat "Der herzkranke Diabetiker" erfüllen - das sind vergleichsweise wenig Einrichtungen, da der Zusammenhang zwischen Diabetes und Herzinfarkt seit Jahren bekannt ist. "Medizinische Erkenntnisse brauchen Zeit, bis sie in der Versorgung umgesetzt werden", stellte Professor Diethelm Tschöpe, Vorsitzender des Kuratoriums "Der herzkranke Diabetiker", hierzu fest.

In der Curschmann Klinik soll sich ein interdisziplinäres Netzwerk um herzkranke Diabetiker kümmern. Neben den kooperierenden Diabetologen und Kardiologen und Chefarzt Dr. Thomas Lenk werden auch Psychologen, Ernährungsberater und Physiotherapeuten hinzu gezogen. Hausärzte sollen stärker für den Zusammenhang Diabetes und Herzinfarkt sensibilisiert werden.

Über den IV-Vertrag werden künftig rund 300 DAK-Patienten in der Klinik behandelt. Eine Evaluierung wird voraussichtlich über zwei bis drei Jahre laufen. Rebscher und der ärztliche Direktor Professor Wolfgang Motz zeigten sich offen für weitere Vertragspartner.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Bei IV-Verträgen ist Weitsicht gefragt

Ihr Newsletter zum Thema
Lesen sie auch
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praxisführung

So profitieren Praxisteams von Qualitätsmanagement

Lesetipps
Wo geht es hier zum nächsten Arzttermin? Über Google starten viele Patienten die Suche, neuerdings wird auch Chat-GPT konsultiert. Eher zielgerichtet ist es, direkt nach Terminen zu suchen.

© fotogestoeber / stock.adobe.com

Arzttermine online

Meta-Suchmaschine für Arzttermine soll die Suche effizienter machen