Direkt zum Inhaltsbereich

Verhältnisprävention

DEGAM begrüßt Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel in Großbritannien

Deutschland streitet drüber, Großbritannien dagegen macht ernst und schränkt Werbespots und Anzeigen für Süßes und Fettiges ein. Die DEGAM spricht von einem wichtigen und nachahmenswerten Schritt.

Veröffentlicht:
Auch Muffins im Visier: Großbritannien will ab Herbst 2025 die Werbung für süße Lebensmittel massiv einschränken.

Auch Muffins im Visier: Großbritannien will ab Herbst 2025 die Werbung für süße Lebensmittel massiv einschränken.

© CreativeCreations / stock.adobe.com

Berlin. Als „wichtigen Schritt“ im Kampf gegen Übergewicht und Adipositas stuft die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) die Entscheidung der Regierung Großbritanniens ein, die Werbung für ungesunde Lebensmittel künftig einzuschränken.

„Während in Deutschland seit Jahren ergebnislos über die Einführung einer Zuckersteuer oder Werbeverbote für Süßigkeiten oder andere ungesunde Lebensmittel diskutiert wird, machen die Briten Nägel mit Köpfen“, sagte DEGAM-Präsident Professor Martin Scherer am Freitag in Berlin.

Dafür, dass Werbeverbote und höhere Steuern als „breit ansetzende Elemente“ von Verhältnisprävention wirkten, gebe es eine „gute Evidenz“, so Scherer. Deutschland müsse in Sachen Verhältnisprävention „endlich aufholen“. Wirtschaftliche Interessen dürften nicht höher eingestuft werden als der Schutz vor gesundheitlichen Risiken.

Scherer: Gute Evidenz für Wirksamkeit

Großbritannien will die Werbung für als ungesund eingestufte Lebensmittel im Fernsehen und im Internet ab Oktober 2025 stark einschränken. Werbung etwa für süße Joghurts, Muffins, Kekse oder andere Lebensmittel soll im Fernsehen vor 21.00 Uhr und im Internet 24/7 untersagt sein. Ziel ist es, der Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen etwas entgegenzusetzen.

„Werbung, die die Kinder zu übermäßigem Konsum ungesunder Nahrungsmittel verleitet, schadet ihnen langfristig“, sagte der Sprecher der DEGAM-Sektion Prävention und Hausarzt in Niedersachsen, Dr. Wolfgang Schneider-Rathert.

Werbung, die Kinder früh im Leben mehrfach täglich in Zeitschriften, auf Handys und Bildschirmen erreiche, präge junge Menschen so stark, dass sich das daraus resultierende Übergewicht später nur noch teilweise erfolgreich behandeln lasse. Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen nähmen auch in Deutschland zu. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Demenzprävention?

Alzheimer: Bei wem Fleischkonsum doch von Vorteil sein könnte

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Rike Funke 13.12.202422:29 Uhr

Laut Berechnungen der Universität Hamburg belaufen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Adipositas in Deutschland, alle direkten und indirekten Kosten zusammengenommen, auf etwa 63 Milliarden Euro pro Jahr.
Quelle: Adipositas Gesellschaft

Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Lesetipps
Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie