Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Das Ende der Freiheit

Von Sabine Schiner Veröffentlicht:

In den Demenz-Abteilungen in Alten- und Pflegeheimen entwickeln die Betreuer oft viel Geschick, wenn es darum geht, dass die Kranken nicht unbeaufsichtigt die Station verlassen: Da werden Türen hinter Vorhängen versteckt oder durch Fototapeten unkenntlich gemacht. Die Patienten sollen sich nicht eingesperrt fühlen. Es geht dabei um Würde, und es geht um Selbstbestimmung.

Die Ankündigung des Klinikums Offenbach, zum Schutz der Patienten ein elektronisches Ortungssystem einzuführen, lässt an den Einsatz elektronischer Fußfesseln denken, wie man sie aus dem Strafvollzug kennt. Im Unterschied zu Strafgefangenen soll vor dem Anlegen der Fesseln allerdings die Erlaubnis der Patienten, Angehörigen oder Betreuer eingeholt werden. Eine Unterschrift also, ein "Ja" und es ist aus mit der Freiheit: Das Grundgesetz wird so zum Wohl der Patienten außer Kraft gesetzt.

Bei allem Verständnis für Sicherheitsprobleme bei der Betreuung von Demenzpatienten: Hier liegt der Verdacht nahe, dass Big Brother in Kliniken und Altenheime einzieht.

Lesen Sie dazu auch: Neues System soll Patienten orten

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Atypische Stirnfalten: Wo kommen sie her?

Erkrankung des Herzmuskels

Magnetokardiographie zur Kardiomyopathie-Diagnostik?

Lesetipps
Eine Puppe liegt dreckig auf dem Boden.

© fotogeng / stock.adobe.com

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Wenn das Bindegewebe im Becken an Spannung verliert oder geschädigt wird, droht ein Descensus genitalis. Wichtig sind Aufklärung und Beratung der betroffenen Frauen.

© H_Ko / Stock.adobe.com

Genitalsenkung

Descensus genitalis: Aktualisierte Empfehlungen auf S3-Niveau