Kommentar – TSVG-Kabinettsbeschluss

Das Geld folgt der Leistung

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Hier und da hat es Nachbesserungen am Entwurf für das Terminservice- und Versorgungsgesetz gegeben. Damit hat sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Gesetz die parlamentarischen Hürden wohl locker nehmen wird. Den Grundstein hat das Bundeskabinett am Mittwoch gelegt.

Die finanziellen Anreize zur Kooperation zwischen Haus- und Fachärzten sind noch einmal nachgebessert worden. Damit folgt das Geld der Leistung. Die offene Sprechstunde ist nach Haus- und Fachärzten differenziert worden. Die Pflichtregelung soll nur für Fachärzte gelten.

Hand aufs Herz: Ohne Termin einen Facharzt aufzusuchen klingt ein bisschen nach Old School, gerade in Zeiten, in denen sich auch Patienten immer mehr die elektronische Terminvergabe in Praxen wünschen.

Ansonsten bleibt die politische Kritik an diesem Gesetzentwurf eher schwach. So sprechen die Grünen von einer Kommunikation zwischen Klinik, Praxis und Pflege auf Augenhöhe.

Das ist sicherlich kein neues Problem, würde auch Andrea Fischer als ehemalige Grünen Gesundheitsministerin zugestehen. Die Frage ist nur: Wie will man das gesetzlich verordnen?

Zudem monieren die Grünen, dass ein Konzept zur Notfallversorgung fehle. Hier lohnt sich allerdings ein tieferer Blick ins Gesetz.

Lesen Sie dazu auch: Arzttermine im Fokus: Spahn bringt TSVG im Kabinett auf den Weg

Mehr zum Thema

Versorgung psychisch Kranker

Die Ziele der neuen KSVPsych-Richtlinie

Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Kuckucksei Facharzt-Termin-Vermittlung!

Für die Vermittlung eines dringenden Facharzt-Termins soll es zukünftig statt 2,00 € Euro nunmehr 5,00 € Extra-Honorar geben?

Mein lieber S(chw)pahn, das verstößt gegen die Musterberufsordnung (MBO) - Verbote von Zuweisungen gegen Entgelt:

"§ 31 Unerlaubte Zuweisung
(1) Ärztinnen und Ärzten ist es nicht gestattet, für die Zuweisung von Patientinnen und Patienten oder Untersuchungsmaterial oder für die Verordnung oder den Bezug von Arznei- oder Hilfsmitteln oder Medizinprodukten ein Entgelt oder andere Vorteile zu fordern, sich oder Dritten versprechen oder gewähren zu lassen oder selbst zu versprechen oder zu gewähren..."

Wetten, dass dieses Lockvogel-Angebot ein Kuckucksei ist, mit dem Vertragsärzte zunächst geködert, aber dann alleine gelassen werden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Chronischer Pruritus: Heftigster Juckreiz

© Aleksej / stock.adobe.com

Therapeutischer Dreiklang

Was sich gegen ständiges Jucken tun lässt

Mehr Inzidenzen = ein guter Grund für den dritten Piks? Einige im Gesundheitssystem vertrauen dieser Rechnung.

© Fokussiert / stock.adobe.com

COVID-19-Pandemie

Hohe Inzidenz lässt Ruf nach mehr Drittimpfungen lauter werden