Kommentar zum Pflegebegriff

Der Nächste bitte!

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

Der großen Pflegereform ist ein weiterer Stein aus dem Weg geräumt. Es gibt einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der Menschen mit kognitiven Einschränkungen und psychischen Störungen stärker in das System der Pflegeversicherung einbindet.

Der Expertenbeirat zur konkreten Ausgestaltung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs hat damit seinen Job getan.

Gespannt dürfen wir darauf sein, wie die Politik nun ihre Arbeit tut und mit den Konsequenzen aus dem Bericht umgeht, ganz gleich, welche Farben das Gesundheitsministerium in der kommenden Legislaturperiode tragen wird.

Die gegenwärtige Regierung tut sich schwer, offen zu sagen, dass die Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs teuer kommen wird. Von zwei bis sechs Milliarden mehr im Jahr ist die Rede.

Dafür müssten die Beiträge zur Pflegeversicherung verteilt auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber um bis zu 0,6 Prozentpunkte angehoben werden. Diese Wahrheit auszusprechen überlässt Schwarz-Gelb lieber der Opposition.

Das ist schwach. Als Nullsummenspiel ist das neue Pflegekonzept ohnehin nicht zu haben. Die an sich richtige politische Absicht, mit einer Pflegereform niemanden schlechter zu stellen, bleibt ein schweres und vorerst auch schwer kalkulierbares Erbe für die nächste Regierung.

Lesen Sie dazu auch: Pflegebericht: Die Krux mit den zwei Milliarden Kritik an Pflegepolitik: Nur "Drückebergerei"?

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Vorstandswahl Anfang Juli

Ein Augenarzt will Kammer-Präsident im Saarland werden

Zahlen für das Geschäftsjahr 2023

Uniklinik Halle fährt Defizit in Millionenhöhe ein

Ersatzkassen-Modell geht in Praxistest

Startschuss für das Konzept Regionales Gesundheitszentrum

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitartikel

GVSG: Zu viele Leerstellen

Verbesserung der Leistungsfähigkeit

Betablockerverzicht bei HFpEF unterschiedlich erfolgversprechend

Lesetipps
Prinzipiell folge aus REDUCE-AMI, so Prof. Dr. Michael Böhm, dass bei Infarktpatienten mit erhaltener Pumpfunktion keine Betablocker mehr gegeben werden müssten. Das gelte, sofern es keinen anderen Grund für Betablocker gebe, konkret tachykardes Vorhofflimmern oder anhaltende Angina.

© shidlovski / stock.adobe.com

Nach der REDUCE-AMI-Studie

Bye-bye für Betablocker nach Herzinfarkt?

Viele Menschen sind adipös. Die Kombination aus Intervallfasten plus Protein-Pacing kann anscheinend neben einer Gewichtsabnahme auch zu einem gesünderen Mikrobiom verhelfen.

© Aunging / stock.adobe.com

Verändertes Mikrobiom

Intervallfasten plus Protein-Pacing lassen die Pfunde purzeln