Elektronische Patientenakte
Umfrage zur ePA: Schlechte Noten für die Sicherheit der Schweigepflicht und den Datenschutz
Der Ärzteverband MEDI registriert Unzufriedenheiten beim Umgang mit der elektronischen Patientenakte. Besonders bei den Bereichen ärztliche Schweigepflicht und Datenschutz ist noch Luft nach oben.
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Viele Ärzte im MEDI-Verbund kritisieren die technischen Hürden, die mit der ePA verbunden sind.
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Berlin. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte attestieren der elektronischen Patientenakte Missstände bei Datenschutz und der ärztlichen Schweigepflicht. Das zeigt eine Befragung des fachübergreifenden Ärzteverbands MEDI GENO Deutschland e. V., die aktuell veröffentlicht wurde. Bis Ende Januar 2026 befragte der Verband rund acht Wochen lang bundesweit 263 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten zu den ersten Erfahrungen mit der ePA in der eigenen Praxis.
Demnach bewerten fast 65 Prozent der Befragten die ePA mit Blick auf den Datenschutz als „nicht sicher“ und „gar nicht sicher“. Auch bei der Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht sind die Teilnehmenden skeptisch: Fast 72 Prozent sehen die Einhaltung der Schweigepflicht durch die ePA „kritisch“ oder „sehr kritisch“ – vor allem durch die Zugriffsmöglichkeiten verschiedener Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen.
Hoher Aufwand
„Die Umfrage bestätigt unsere Erkenntnisse zur ePA. Seit eineinhalb Jahren weisen wir intensiv auf den mangelnden Datenschutz und die Haftungsprobleme bei Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht durch die intransparenten Zugriffe hin. Viele unserer Mitglieder lassen sich mittlerweile von ihrer Haftung durch ihre Patientinnen und Patienten entbinden“, betont Dr. Christian Messer, stellvertretender Vorsitzender von MEDI GENO Deutschland e. V. und niedergelassener Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Über die Hälfte der Befragten bewertet den Aufwand für die ePA im Praxisalltag allerdings als „aufwendig“ oder sogar „erheblich aufwendig“. Auch die ersten aktuellen Ergebnisse der Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zur ePA zeigten, dass viele Praxen noch mit technischen Hürden zu kämpfen haben, heißt es. Rund 84 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der MEDI-Umfrage sehen durch den Einsatz keine Erleichterung für ihre Arbeit.
„System ist unausgereift“
Der stellvertretende Vorsitzende von MEDI Baden-Württemberg und niedergelassene Orthopäde Dr. Bernhard Schuknecht kritisiert: „Die elektronische Patientenakte hat aktuell weder für die Behandelnden noch für Patientinnen und Patienten einen Mehrwert. Es kann nicht sein, dass wir im vollen Praxisbetrieb mit einem völlig unausgereiften System arbeiten müssen. 36 Prozent der Befragten geben in unserer Umfrage an, dass sie pro Patienten bis zu fünf Minuten Zeit in die ePA-Nutzung investieren. Das geht von der knappen Versorgungszeit ab und wird uns in keiner Form vergütet.“
Der Ärzteverband fordert bei Nachbesserungen der elektronischen Patientenakte hinsichtlich Praktikabilität und Datensicherheit vor allem die Erfahrungen und Empfehlungen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten ein. (kaha)







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