Details zum AOK-Hausarztvertrag jetzt online

BERLIN/STUTTGART (fst). Begleitet von kritischen Kommentaren der KBV haben AOK Baden-Württemberg, Medi-Verbund und Hausärzteverband gestern alle bislang unbekannten Anlagen zum AOK-Hausarztvertrag veröffentlicht.

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Dabei handelt es sich um 16 Anlagen, in denen Einzelheiten beispielsweise zur EDV-Ausstattung teilnehmender Ärzte, zum elektronischen Patientenpass oder zu Check-up- und Impf- Quoten geregelt sind. Die kurzfristige Veröffentlichung der Anlagen nach Start des Vertrags am 1. Juli hat zuvor für scharfe Kritik der KBV gesorgt.

"Derzeit wissen weder Ärzte noch Patienten, worauf sie sich wirklich einlassen", sagte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller. Mit Blick auf das an Pauschalen orientierte Vergütungsmodell beklagte er eine "totale Nivellierung von Leistungen und Qualifikationen".

Zum Start des Vertrags am Dienstag haben die Vertragspartner AOK, Medi und Hausärzteverband hingegen von einer mehrheitlich positiven Resonanz der Ärzte berichtet. Die Vertragsschulungen würden "außerordentlich gut besucht", berichtete Hausärzte-Verbandschef Dr. Berthold Dietsche.

Unterdessen haben die Verbände und die Kasse auf die anhaltende Kritik von Kinder- und Jugendärzten an dem Vertrag reagiert. Daher sollen Pädiater zusätzlich zur kontaktunabhängigen Pauschale P1 in Höhe von 65 Euro pro Jahr dann einen Bonus erhalten, wenn sie eine so genannte "Vorsorgequote" erreichen. Gezahlt werden sollen dafür drei Euro je eingeschriebenem Kind. Ein Impfzuschlag von einem Euro je Kind gibt es bei Erreichen von Quoten für die Masern-, Mumps- und Rötelnimpfung.

Auch eine zusätzliche Überweisungsmöglichkeit ist nun Teil des Vertrags: Wird ein eingeschriebenes Kind vom Hausarzt zum Pädiater für eine Vorsorge überwiesen, erhält der Kinder- und Jugendarzt dafür 30 Euro. Allerdings reduziert sich dann die Pauschale P1 des Hausarztes um den gleichen Betrag.

Alle Anlagen zum AOK-Vertrag sind im Web verfügbar: www.medi-verbund.de/seite.php?seite=542

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