Direkt zum Inhaltsbereich

Diabetes-Erkrankung nach Impfung ist für Richter kein Impfschaden

KÖLN (iss). Eine Diabetes-Erkrankung nach einer Impfung ist nicht als Impfschaden einzustufen. Ein Betroffener hat deshalb keinen Versorgungsanspruch nach dem Infektionsschutzgesetz. Das hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG) in einem rechtskräftigen Urteil entschieden.

Veröffentlicht:
Eine Diabetes-Erkrankung nach einer Impfung ist nicht als Impfschaden einzustufen.

Eine Diabetes-Erkrankung nach einer Impfung ist nicht als Impfschaden einzustufen.

© Foto: James Steidlwww.fotolia.de

Ein 2001 geborener Junge war in den Jahren 2001 und 2002 gegen Masern-Mumps-Röteln und Hämophilus Influenza b geimpft worden. Anfang 2003 wurde bei ihm Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert.

Das Versorgungsamt lehnte einen Versorgungsantrag auf Leistungen nach dem Infektionsschutzgesetz ab. Das Sozialgericht wies die Klage der Eltern des Jungen zurück, die Berufung vor dem LSG blieb ohne Erfolg. Nach der herrschenden medizinischen Meinung könne der Diabetes nicht mit Wahrscheinlichkeit auf die Impfungen zurückgeführt werden, entschieden die LSG-Richter. Sie verwiesen dazu auf die Arbeitsergebnisse der Ständigen Impfkommission.

Zwar hatte ein medizinischer Gutachter einen Ursachenzusammenhang bestätigt. "Dessen Meinung stellt lediglich eine persönliche Auffassung dar, der es an jeglichen wissenschaftlichen Argumenten, Fakten und Belegen fehlt", urteilte das LSG.

Ungeklärte Ursache - das begründet keinen Anspruch

Es sah auch keine Grundlage für die sogenannte Kann-Versorgung. Nach ihr werden Versorgungsleistungen gewährt, wenn ein ursächlicher Zusammenhang nur deshalb nicht als wahrscheinlich gilt, weil über die Ursache einer Erkrankung in der Wissenschaft Unsicherheit besteht. Man könne aber eine Ursache nicht nur deshalb als relevant ansehen, weil die anderen Ursachen nicht aufklärbar sind. "Dies würde im Impfschadenrecht zu dem absurden Ergebnis führen, dass all denjenigen Geimpften, die in irgendeinem zeitlichen Anschluss an eine Impfung an einem Leiden erkranken, dessen Ursachen ungeklärt sind, eine Entschädigung im Wege der Kannversorgung zu gewähren wäre."

Urteil des Landessozialgerichts NRW, Az.: L 6 (7) VJ 15/07

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Schnelle Reaktion auf Wechsel im Ministerium

BÄK und PKV-Verband übergeben Linnemann aktualisierte GOÄ-Version

Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Konzepte gegen Ärzte- und Nachfolgermangel

Mit dem Blockpraktikum Lust auf den Landarztberuf machen

Lesetipps
Impfheft

© Bildagentur-online / Ohde / picture alliance

Deutsche Studie

Wenn Atemwegsinfektionen aufs Herz gehen – was tun?

Ein Hund streckt seine Zunge raus

© gismo2015 / Stock.adobe.com

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt