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Stationäre Pflege

Die Heimbetreiber denken um

Der Bedarf an Pflege wächst. Doch Pflegeheimbetreiber haben es schwer: gesetzliche Standards und Wünsche der privaten Kundschaft lassen nur wenig Spielraum für die Rentabilität. Doch es gibt einen Weg aus der Misere.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:
Kleine Heimbetreiber könnten auf absehbare Zeit bei der Rentabilität nicht mehr mithalten.

Kleine Heimbetreiber könnten auf absehbare Zeit bei der Rentabilität nicht mehr mithalten.

© Peter Atkins / fotolia.com

HAMBURG. Obgleich der demografische Faktor den Anbietern stationärer Pflege in die Karten spielt, werden die in der Branche ohnehin schon knappen Durchschnittsmargen weiter abschmelzen. Damit erhöht sich der Konsolidierungsdruck. Allerdings liegt das Heil nicht mehr im Aufkauf der Konkurrenz, sondern in Neubauten, mit denen sich Qualitäts- und Kostenvorteile realisieren lassen.

So lautet eine aktuelle Prognose der HSH Nordbank. Das Hamburger Bankhaus ist nach eigenen Angaben "einer der Top 5 Finanzierer von Pflegeeinrichtungen in Deutschland" und begleitet jährlich "um die 20 Transaktionen im deutschen Pflegemarkt".

2014 habe die operative Marge der Pflegeheime auf Basis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) durchschnittlich noch 2,8 Prozent betragen, heißt es. Vergangenes Jahr sei dieser Wert auf 2,6 Prozent gesunken. Für dieses Jahr erwarten die Analysten nur noch 2,4 Prozent und für 2017 2,3 Prozent.

Wenig Spielraum für Rentabilität

"Bei diesen schmalen Margen ist es nicht mehr selbstverständlich, dass nachhaltig die Finanzierungskosten verdient werden können", erklärt der Gesundheitsexperte der HSH Nordbank, Thomas Miller.

Korrespondierend dazu wird mit steigenden Personalkosten gerechnet: Knapp 62,8 Prozent ihres Umsatzes mussten die stationären Pflegeeinrichtungen den Angaben zufolge 2015 für Löhne und Sozialabgaben aufwenden. Im kommenden Jahr wird die Personalquote voraussichtlich 63,4 Prozent erreichen.

Neue Baustandards, das Regelwerk der Pflegeversicherung sowie wachsende Ansprüche der Pflegebedürftigen ließen weiterhin wenig Spielraum für die Rentabilität; vor zehn Jahren hätten Doppelzimmer als Norm gegolten und ein Bad für vier Heimbewohner, künftig würden Einzelzimmer mit eigenem Bad erwartet.

Zukunftsfähige Einrichtungen sind knapp

Kleine Heimbetreiber könnten daher auf absehbare Zeit nicht mehr mithalten. Unter den größeren Playern der stationären Pflege sei dagegen "ein Umdenken" zu beobachten. Statt wie bisher auf Wachstum durch Zukäufe zu setzten, betreibe man jetzt stärker Neuentwicklung in Eigenregie.

Bankberater Jörg von Amsberg: "Die Anfragen nach Finanzierungen von Neubauten ziehen bei uns kräftig an. Das liegt vor allem daran, dass die existierenden Pflegeheime nur bedingt an neue Regularien angepasst werden können. Zukunftsfähige Einrichtungen sind am Markt mittlerweile sehr knapp".

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