Kommentar

Die Pflege auf feste Füße stellen

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

80 Prozent der Deutschen haben kein Vertrauen in die Pflegepolitik, so eine neue Allensbach-Umfrage. Das ist eine Klatsche für die scheidende große Koalition. Ein langfristiges Konzept, wie Pflege finanziert werden kann, hat sie nicht hinbekommen. Viele Bundesbürger spüren aber, dass die Pflegeversicherung nicht ausreicht, um im Fall von Pflegebedürftigkeit finanziell abgesichert zu sein.

Daraus folgt nur eins: Union und FDP müssen sich dem Thema Pflege stellen - mit einer Reform, die diesen Namen auch verdient und länger als ein paar Jahre hält. Die demografische Entwicklung schlägt bei der Pflege am stärksten durch. Mit dem heute geltenden Beitragssatz geht der immer größer werdende Leistungstopf der sozialen Pflegeversicherung, bedingt durch steigenden Pflegebedarf, spätestens 2014 zu Bruch. Dann dürfte das Finanzpolster der Pflegekassen aufgebraucht sein.

Um den Einstieg in die Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung wird Schwarz-Gelb also nicht umhinkommen. Einkommensschwache dürfen bei diesem Weg aber nicht auf der Strecke bleiben. Wer sich eine private Vorsorge für den Fall von Pflegebedürftigkeit nicht leisten kann, muss staatlich unterstützt werden. Eine Zweiklassen-Pflege wäre ein schlechtes Ergebnis schwarz-gelber Reformpolitik.

Lesen Sie dazu auch: Schwarz-Gelb peilt Umbau der Pflegeversicherung an Die Pflegeversicherung wird zum Pflegefall

Mehr zum Thema

Kommentar zur Pflegeversicherung

Der nächste Tsunami rollt schon heran

Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Altenpflegerin und Demenzpatientin: Noch lange nach COVID-19 ist das Risiko für kognitive Störungen erhöht.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Langzeit-Beobachtungsstudie

Risiken für Demenz und Psychosen nach COVID-19 noch lange erhöht

Ein Flyer für einen Gesundheitskiosk ist im Vordergrund zu sehen. Er trägt die Aufschrift: "Wir beraten Sie rund um Ihre Gesundheit" und "Besuchen Sie uns!". Im Hintergrund ist unscharf eine Frau im dunkelblauen Polohemd zu erkennen.

© Daniel Reinhardt / dpa / picture alliance

Beratung für sozial Benachteiligte

Gesundheitskiosk: Ein Büdchen für die Gesundheit