Kampf der Ungleichheit

Die gesundheitlichen Folgen sozialer Ungerechtigkeit

Die Schere zwischen Arm und Reich geht auch in Europa immer weiter auf. Ein Expertengremium fordert nun zum Kampf gegen soziale Ungleichheit auf. Denn: Diese löst krasse gesundheitliche Unterschiede aus.

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BRÜSSEL. Ein europaweites Netzwerk von Gesundheitsexperten warnt vor den Folgen sozialer Ungleichheit. Gesundheitsfragen dürften von den Verantwortlichen auf europäischer und nationaler Ebene nicht mehr als Randthema betrachtet werden, heißt es in dem am Montag in Brüssel veröffentlichten Aufruf.

Initiator ist der Verbund Euro Health Net, dem unter anderem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung angehört, unterschrieben haben eine Reihe zivilgesellschaftlicher Organisationen.

Stark schwankende Lebenserwartung innerhalb der EU

Die Lebenserwartung variiert stark zwischen den EU-Staaten: Kinder, die 2014 in Spanien geboren wurden, konnten im Durchschnitt auf 83,3 Lebensjahre hoffen, in Bulgarien nur auf 74,5 Jahre, so Euro Health Net unter Verweis auf OECD-Zahlen. Die reichsten 20 Prozent der Bevölkerung in Europa schätzen den eigenen Gesundheitszustand laut EU-Statistikbehörde Eurostat zudem deutlich besser ein als die ärmsten 20 Prozent.

Die Politik müsse sicherstellen, dass auch benachteiligte Gruppen wie Migranten ohne Dokumente oder Roma Zugang zu gesundheitlicher Grundversorgung haben, heißt es in dem Aufruf. Beschränkungen gefährdeten die öffentliche Gesundheit, verursachten Kosten und verletzten Grundrechte.

Die Unterzeichner fordern unter anderem mehr gesundheitliche Bildung insbesondere für Risikogruppen und bessere Vorsorge. Auch Rauchverbote und Mindestpreise für Alkohol könnten helfen, gesundheitliche Ungleichheiten zu vermindern. (dpa)

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