Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Ehrlichkeit - auf allen Seiten, bitte!

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

Die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern: Ressourcen im Gesundheitssystem werden zunehmend knapp. Immer weniger junge Menschen zahlen ein, immer mehr ältere sind auf Leistungen angewiesen. Ein Konzept, wie damit umzugehen ist, hat die Politik bislang nicht vorgelegt. Sie fürchtet die Antwort wie der Teufel das Weihwasser und beharrt darauf, dass auch zukünftig jeder alles bekommt. Redlich ist das nicht - zumal alle wissen, dass verdeckte Rationierung im Gesundheitswesen längst Realität ist.

Daher ist es gut, wenn die Bundesärztekammer eine offene Debatte über "ehrliche" Priorisierung anmahnt. Verdeckte Rationierung überlässt nämlich die Entscheidung, was der Patient bekommt und was nicht, dem einzelnen Arzt und der Situation vor Ort. Ethisch betrachtet ist das sehr fragwürdig.

Wer Ehrlichkeit und Transparenz von der Politik fordert, sollte diesen Anspruch aber auch bei sich selbst einlösen. So gehört zu einer offenen Debatte über Priorisierung, dass ärztliche Meinungsführer mögliche Interessenkonflikte offenlegen. Das gilt auch für den Chef der Bundesärztekammer, der zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Allianz Deutschland AG ist. Dass diese Interesse an einer Ausweitung ihrer Geschäftsfelder hat, dürfte unbestritten sein.

Lesen Sie dazu auch: Ärzte beurteilen wirtschaftliche Lage als gut Jeder dritte Hausarzt überlegt, den Job hinzuschmeißen

 

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Für Praxen in unterversorgten Gebieten

Weiterbilder in Bayern können Extra-Förderung bekommen

Hauptstadtkongress

Patientensteuerung funktioniert nur mit Vertrauen

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Früherkennung von Geschlechtskrankheiten

Kein Screen & Treat bei mukosalen STI!

Schädel-Hirn-Traumata

Was Kopfbälle für das Demenzrisiko bedeuten

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer