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Kommentar

Ein mutloser Kompromiss

Christiane BadenbergVon Christiane Badenberg Veröffentlicht:

Dieser Kompromiss ist einer von der schlechten Sorte. Zwar ist erfreulich, dass es bei einem so wichtigen Thema wie der Organspende gelungen ist, zu einer parteiübergreifenden Lösung zu kommen, aber genau so sieht dieser Kompromiss auch aus.

Mit viel Glück wird sich durch die geplante Neuregelung die Zahl der Organspender in den nächsten Jahren ein klein wenig erhöhen. Allerdings glauben wohl nicht einmal die Initiatoren des Gesetzesentwurfs selbst daran. Dass zeigt schon ihre eigene verräterische Wortwahl.

So spricht der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn davon, dass penetrante Werbung die Menschen überzeugen soll, Organe zu spenden. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr betont, die Bürger könnten das entsprechende Schreiben ihrer Krankenversicherung auch einfach wegwerfen. Genau das machen die meisten mit Briefen ihrer Kasse. Es sei denn, es geht um wichtige Anträge.

Die Zahl der Organspenden zu erhöhen ist in Deutschland dringend erforderlich, aber ohne einen gewissen Druck auszuüben kaum möglich. Dieser mutlose Kompromiss kann deshalb nur als ganz kleiner Schritt in die richtige Richtung betrachtet werden.

Lesen Sie dazu: Fünf für die Organspende

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