Arzneiausgaben

Ein ruhiger November

Die Ausgaben der Kassen für Medikamente und Impfstoffe haben im November nur leicht zugelegt. Spitzenreiter waren allerdings die Grippeimpfstoffe.

Von Florian StaeckFlorian Staeck Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Nach dem starken Ausgabenschub im Oktober haben sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im November 2012 lediglich um 1,5 Prozent erhöht.

Lässt man Vakzine außen vor, beträgt der Ausgabenanstieg sogar 1,3 Prozent. Denn für Vakzine zahlten die Kassen im November 9,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Besonders in die Höhe geschossen (plus 39,4 Prozent) sind die Ausgaben für Grippeimpfstoffe.

Bereits im Oktober hatte diese Gruppe ein Plus von 13,6 Prozent verzeichnet. Allerdings gilt diese Entwicklung als saisonüblich: vor allem im Oktober und November raten Ärzte zur Grippeimpfung.

Vertragsärzte haben im November insgesamt Arzneimittel und Impfstoffe im Wert von 2,65 Milliarden Euro zu Lasten der Kassen verordnet, hat das Beratungsunternehmen IMS Health ermittelt.

Hierbei sind die zugunsten der Kassen geleisteten Zwangsrabatte von Herstellern und Apotheken berücksichtigt, nicht aber Einsparungen aus Rabattverträgen.

Auch in absoluten Zahlen lagen die Ausgaben im Oktober um rund 120 Millionen über denen des Novembers. Grund für den Ausgabensprung im Vormonat war zum einen ein Nachholeffekt - bedingt durch Praxisschließungen und Apothekerstreiks im September.

Geringerer Anstieg als erwartet

Zum anderen hatte der Oktober zwei Arbeitstage mehr als 2011. Dagegen wies der November der Jahre 2012 und 2011 eine identische Zahl von Arbeitstagen auf.

Im November ist auch die Mengenentwicklung, also die Zahl der abgegebenen Packungen, unauffällig gewesen. Nimmt man Impfstoffe hinzu, ergibt sich mit 59,94 Millionen Packungen ein marginales Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Schließt man Vakzine aus der Betrachtung aus, stagniert die Menge.

Aufs Jahr gesehen ergibt sich bei der Packungsmenge mit 626,9 Millionen Packungen ein geringfügiges Plus von 0,6 Prozent. Wie in den Vormonaten sind dabei Verschiebungen bei der Größe der verordneten Packungen.

Von Januar bis November hat die Verordnung von N3-Packungen um vier Prozent zugelegt. Dagegen war die Abgabe von N1- (minus 3,2 Prozent) und N2-Größen (minus 1,5 Prozent) rückläufig.

Die Gesamtausgaben im kumulierten Zeitraum bis November belaufen sich auf 27,87 Milliarden Euro. Das entspricht einer Zunahme von 1,9 Prozent (ohne Impfstoffe: 2,3 Prozent).

In beiden Fällen liegt der Wert unter der Steigerungsrate von 2,7 Prozent, die von KBV und Kassen für 2012 vereinbart worden ist.

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