Birgitt Bender: Verbot der PID

Embryo ist kein Gegenstand

Veröffentlicht:

Was ist das ethisch stärkste Argument, das für Ihren Gesetzentwurf spricht?

Embryonen sind - losgelöst von der Debatte wann Leben beginnt - keine Gegenstände, mit denen nach Belieben verfahren werden kann. Es besteht ihnen gegenüber im Kontext der künstlichen extrakorporalen Befruchtung eine besondere Schutzpflicht.

Diese Verantwortung ist eine besondere, weil bei natürlicher Empfängnis vergleichbare Entscheidungsmöglichkeiten nicht existieren. Die Einführung einer "Qualitätskontrolle" mit selektivem Charakter ist für mich nicht akzeptabel. Auch werden "aussortierte" Embryonen Begehrlichkeiten der Forschung wecken.

Warum sollten sich die rund 180 Kollegen, die sich noch nicht entschieden haben, Ihrem Entwurf anschließen?

Weil sie sich dagegen stellen, den Gedanken der Selektion zwischen "lebenswertem" und "nicht lebenswertem" Leben wieder in das deutsche Recht einzuführen. Weil sie bei der ethischen Abwägung auch die gesellschaftlichen Auswirkungen - hier die Gefahr einer zunehmenden Diskriminierung - berücksichtigen.

Weil sie das Versprechen auf ein gesundes Kind kritisch hinterfragen und die geringen Erfolgsquoten sowie zum Teil massiven Nebenwirkungen der künstlichen Befruchtung mit in den Blick nehmen.

Weil sie erkennen, dass der Gesetzentwurf zur Regelung der PID (Flach/Hintze) mit unbestimmten Rechtbegriffen und unklaren Formulierungen jongliert, die zu einer sehr weiten Anwendung der PID führen würden und Grenzziehungen vermeidet. Es fehlen dort insbesondere Verbote 1. zur Untersuchung auf spätmanifestierende Erkrankungen, 2. zur Weitergabe von Nebenbefunden und 3. zum Screening bei allen IVF-Behandlungen.

Inwieweit kann Ihre Regelung - so sie Gesetz wird - zum Rechtsfrieden in Sachen PID beitragen?

Unser Gesetzentwurf enthält eine rechtlich eindeutige Regelung des Verbots der PID. Diese Grenzziehung ist keine Weiche, die zum ständigen Verschieben einlädt.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Welchen Spielraum es gibt

Patienten rechtssicher ablehnen: So geht’s

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Lesetipps
Älterer Mann fasst sich an die linke Brust, Herzschmerzen

© iammotos / stock.adobe.com

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Vernetzte Menschen

© SMART.art / stock.adobe.com

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht