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Internistentag

Ende der Eiszeit zwischen BDI und Hausärzten

Internisten und Hausärzte kommen sich näher. Ein gemeinsames Ziel: Sie wollen die Berufspolitik nicht den Körperschaften zu überlassen.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Das Ende der Eiszeit zwischen Internisten und Hausärzten verkündete der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI), Dr. Wolfgang Wesiack.

Das Ende der Eiszeit zwischen Internisten und Hausärzten verkündete der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI), Dr. Wolfgang Wesiack.

© BDI

BERLIN. Die größte Gruppe der Fachärzte und die Hausärzte marschieren künftig gemeinsam. "Es ist das Ende einer Eiszeit", sagte der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI), Dr. Wolfgang Wesiack, beim Festakt des 6. Deutschen Internistentags.

Die Ärzte dürften nicht mehr alles den Körperschaften überlassen, formulierte Hausärzteverband-Chef Ulrich Weigeldt als wichtigste politische Forderung des neuen Interessenverbundes. Als praktisches Beispiel nannte Weigeldt die Vernetzung der Ärzte.

"Wir sind gemeinsam der Meinung, dass wir nicht noch zehn Jahre warten können, ob die Gematik etwas ausbrütet", sagte Weigeldt, der zum ersten Mal bei einer Veranstaltung der Internisten auftrat.

Der BDI habe keine parteipolitische Präferenz, betonte Wesiack. Die Internisten seien bereit, mit jeder Regierungskonstellation zusammenarbeiten. In einer Pressekonferenz zuvor hatte Wesiack gesagt, es gebe wohl keine Alternative zu Schwarz-Rot, er rechne mit einem von der SPD geführten Gesundheitsministerium.

Feuer gegen den Spibu

Bei der Weiterentwicklung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungsmodelle setzten die Internisten vor allem auf vielfältigen Wettbewerb um bessere Versorgungskonzepte.

Die gesetzlichen Kassen und die privaten Versicherer sollten unter dem Gesichtspunkt der Innovation miteinander konkurrieren können. Die Kassen sollten die von einer künftigen Regierung die Möglichkeit erhalten, privatwirtschaftliche Rechtsformen anzunehmen.

Als Voraussetzung für erneute Beitragsautonomie der Kassen und ein flexibleres Leistungsrecht nannte Wesiack eine Rückabwicklung des GKV-Spitzenverbandes.

"Wir sagen, der Spitzenverband ist eine Verschlechterung der Versorgung", griff Wesiack eine Invention der letzten Großen Koalition von 2005 bis 2009 frontal an. Zu den Hemmschuhen einer flexibleren Versorgung zähle auch der Gesundheitsfonds, ebenfalls ein Konstrukt von Schwarz-Rot.

Ein politischer Schwerpunkt des Internistentags war die Weiterbildungsdebatte. Weder in den DRG noch im EBM seien die Personalentwicklungskosten der medizinischen Versorgung eingepreist, sagte Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin. Der Gesetzgeber sei hier aufgefordert nachzuliefern, nämlich Investitionen in Menschen und Bildung.

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