Engpass in der Nuklearmedizin kann bis Monatsende dauern

BRÜSSEL (spe). In Deutschland und einigen anderen Ländern der Europäischen Union herrscht seit einigen Wochen ein Engpass in der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie. Er könnte noch bis Ende Oktober andauern.

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Grund hierfür ist, dass von den weltweit sechs Reaktoren, die für die Produktion wichtiger Ausgangsisotope für die Medizin zuständig sind, vier ausgefallen sind (wir berichteten).

Zwei Reaktoren befinden sich in Frankreich sowie je einer in Belgien und in den Niederlanden. Die beiden französischen und der niederländische Reaktor seien planmäßig, jedoch ohne Absprache zwischen den Staaten, zu Wartungszwecken heruntergefahren worden, berichtet der CDU-Europaabgeordnete und Arzt Peter Liese.

Jetzt ist ein Reaktor für Isotope in Deutschland im Gespräch.

Der belgische Reaktor sei wegen eines Störfalles außer Betrieb. "Es ist zu befürchten, dass auch der fünfte Reaktor in Südafrika in den nächsten Wochen planmäßig heruntergefahren wird", sagt Liese. Die nuklearmedizinischen Kliniken und Praxen könnten ihre Patienten nicht mehr versorgen. Viele stünden auf Wartelisten, so die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN).

"Ein solches Versorgungsdefizit darf es in den hoch entwickelten Ländern Mitteleuropas nicht geben", kritisierte Liese. Patienten würden so zu Opfern mangelnder Abstimmung in der EU. Nach Informationen der DGN wird sich der Versorgungsengpass noch bis Ende Oktober hinziehen.

Als Konsequenz werde nun diskutiert, einen Reaktor in Deutschland - in Garching bei München - zur Produktion von radioaktiven Arzneimitteln zu nutzen. Ein von den EU-Gesundheitsministern einberufenes Gremium versucht, Lösungen zu finden, um künftig ähnliche Vorfälle zu vermeiden.

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