Direkt zum Inhaltsbereich

Impfstoffe

Erlöse knacken Milliarden-Schwelle

HPV-Impfstoffe, Vakzine gegen Rotaviren sowie die Masernwelle in Berlin haben dem bundesdeutschen Impfstoffmarkt 2015 Auftrieb gegeben - zumindest nach Umsatz.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Großer Nutzen für vergleichsweise kleines Geld: Impfstoffe haben nach Umsatz im vergangenen Jahr 2015 zwar leicht über dem Pharma-Gesamtmarkt zugelegt, halten aber nur knapp drei Prozent Anteil am gesamten innerdeutschen Arzneimittelmarkt.

Nach Angaben des Frankfurter Beratungsunternehmens IMS Health erlösten Impfstoffanbieter 2015 in Deutschland 1,1 Milliarden Euro (+7,3 Prozent).

Zum Vergleich: Der Pharma-Gesamtmarkt (Arzneimittel, Zubereitungen und Impfstoffe) kletterte im selben Zeitraum auf Basis der Herstellerabgabepreise um 5,6 Prozent auf 38 Milliarden Euro.

Der Impfstoff-Mengenabsatz dagegen stagnierte: Rund 45 Millionen abgegebene Packungen bedeuteten 0,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2014.

Wachstumstreiber seien bei den viralen Impfstoffen hauptsächlich Präparate zum Schutz vor Humanen Papilloma Viren (HPV) sowie zum Schutz vor Rotaviren, heißt es. Für beide Produktgruppen gebe es neue, oder im Fall der HPV-Vakzinen aktualisierte Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).

So wirke vermutlich noch die aus 2014 resultierende STIKO-Empfehlung nach, Säuglinge gegen Rotaviren impfen zu lassen, während die Kommission zur HPV-Impfung - ebenfalls 2014 - die Altersrange 12 bis 17 Jahre auf 9 bis 14 Jahre abänderte.

HPV-Impfung kostet etwa 143 Euro pro Impfung

Zudem lasse sich das besonders starke Umsatzwachstum der HPV-Vakzinen (um 14 Prozent auf 106 Millionen Euro) auch durch die Tatsache erklären, dass diese Präparate mit durchschnittlichen Kosten von 143 Euro pro Impfung zu den eher hochpreisigen Produktgruppen im Impfstoffsegment zählen. Eine Grippeimpfung koste dagegen im Schnitt nur zehn Euro, so IMS Health.

Erwartungsgemäß habe auch die Masernwelle in der Bundeshauptstadt Spuren in der Umsatz- und Absatzstatistik hinterlassen. Mehrfachimpfstoffe gegen Masern und Mumps zählten 2015 mit zu den wachstumsstärksten Präparaten.

Nach Umsatz verbuchten die Masern-Mumps-Kombivakzinen ein Plus von 36 Prozent auf knapp 118 Millionen Euro, nach Menge ginge es in gleicher Größenordnung (+37 Prozent) auf 2,6 Millionen Packungseinheiten.

Deutlich zugelegt haben laut IMS Health schließlich auch Meningokokken-Impfstoffe, für die es ebenfalls eine neue STIKO-Empfehlung gebe.

Darüber hinaus werde die Prävention gegen Hirnhautentzündung seit geraumer Zeit von nicht wenigen gesetzlichen Krankenkassen als Satzungsleistung erstattet. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Cannabistherapie

Gesetzesänderung geplant: THC-Fertigarzneimittel nur labelgerecht zu verordnen

Das könnte Sie auch interessieren
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Influenzaimpfung: Technologie, Evidenz und Empfehlung

© Lu ShaoJi | Getty Images

Grippeimpfstoff-Forschung

Influenzaimpfung: Technologie, Evidenz und Empfehlung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leserumfrage

Umfrage zur E-Patientenakte: Alltag statt Aufbruch

Lesetipps
Einsame jüngere Frau

© Photographee.eu / stock.adobe.com

DEGAM-Kongress

Einsamkeit trifft nicht nur Ältere

Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

© Peter Steffen/dpa

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?