Psychotherapie

Ersatzkassen fordern Nutzenbewertung für Therapie-Apps

Veröffentlicht:

BERLIN. Psychotherapie-Apps stellen nach Einschätzung der Ersatzkassen eine sinnvolle Ergänzung in der Versorgung dar. Die Anwendungen könnten „die Behandlung von leichten psychischen Erkrankungen unterstützen und in bestimmten Fällen eine face-to-face-Behandlung ersetzen, etwa bei einer leichten Depression“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner, bei einer Veranstaltung des Kassenverbands in Berlin.

Niedrigschwellig angelegte Angebote könnten zugleich den Effekt haben, „dass mehr Therapieplätze für Patienten mit schweren psychischen Störungen zur Verfügung stehen“, so Elsner. Es sei daher richtig, dass diese Angebote mit dem geplanten Digitale- Versorgung-Gesetz (DVG) schneller in die Regelversorgung kommen sollten.

„Allerdings sollte bei dem vorgesehenen Bewertungsverfahren der Apps auch eine Nutzenbewertung erfolgen“, so Elsner. Der Gemeinsame Bundesausschuss sei dafür das geeignete Gremium.

App kein Arztersatz

Erst kürzlich hatte auch die Vorsitzende der PsychotherapeutenVereinigung, Barbara Lubisch, im Interview mit der „Ärzte Zeitung“ darauf gedrungen, dass digitale Anwendungen auf Wirksamkeit überprüft werden. Ansonsten sollten Kassen nicht dafür zahlen.

Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter Digitalisierung im Bundesgesundheitsministerium, betonte, das Ministerium richte einen großen Fokus auf die Digitalisierung. „Sie ist zentraler Bestandteil unserer Arbeit.“ Das geplante Digitalgesetz sehe vor, dass sich Patienten „nützliche und sichere digitale Anwendungen“ vom Arzt verschreiben lassen könnten.

Diese Angebote würden Therapeuten aber nicht ersetzen, sondern unterstützen. Das Prinzip laute: „Psychotherapeut und App. Nicht App statt Psychotherapeut.“ (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Neue Ansätze zur Behandlung seltener Krankheitsbilder

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Entwicklungen in der Therapie neuromuskulärer Erkrankungen

Neue Ansätze zur Behandlung seltener Krankheitsbilder

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Wechselwirkungen

Diese Medikamente sind bei Herzinsuffizienz riskant

Lesetipps
Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?

Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen