Ersatzkassen hadern noch mit dem Versorgungsgesetz

Die Kassen fordern Stellschrauben, um in der neuen Versorgungslandschaft Geld sparen zu können.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF (kab). Die Ersatzkassen halten an ihrer Forderung nach einer Verpflichtung der KVen zum Aufkauf von Praxissitzen in überversorgten Gebieten fest.

Das Instrument des Aufkaufs bliebe allein mit dem im Versorgungsgesetz vorgesehen Vorkaufsrecht unwirksam, sagte Andreas Hustadt, Leiter der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen beim Verband der Ersatzkassen.

Wo viel erbracht wird, muss der Preis sinken

Gleichzeitig unterstrich er auf einer Veranstaltung der Großkanzlei Bird & Bird die Kassen-Position, dass die Honorare in diesen Gebieten gekürzt werden müssten.

"Wo viel erbracht wird, muss der Preis sinken", so Hustadt. Das Geld wollten die Kassen nicht behalten, betonte er. Mit den eingesparten Mitteln ließe sich ein Investitionsstock für unterversorgte Gebiete aufbauen.

"Viele überversorgte Gebiete versorgen auch das Umland"

Petra Meiners, Leiterin des Referates für Ambulante Versorgung und ärztliche Versorgungsstrukturen beim Hartmannbund, widersprach der pauschalen Betrachtung angeblich überversorgter Gebiete und entsprechenden Kürzungsplänen.

"Viele überversorgte Gebiete versorgen auch das Umland. Das sollte man in der Diskussion unbedingt bedenken." So übernähmen Städte wie Koblenz, Heidelberg oder Rostock mehr als die Hälfte der notwendigen ärztlichen Versorgung für das Umland, sagte Meiners.

Ausbildungsvorschriften müssen verändert werden

Im Entwurf des Versorgungsstrukturgesetzes sieht Hustadt die angestrebte Stärkung der Allgemeinmedizin noch unzureichend umgesetzt.

"Wenn man mehr Hausärzte und Allgemeinmediziner haben will, muss man die Ausbildungsvorschriften verändern und mehr Allgemeinmedizin im Krankenhaus vermitteln", sagte der Krankenkassen-Vertreter.

Skepsis gegen ambulanter Öffnung der Krankenhäuser

Skeptisch äußerte er sich zu der bereits erfolgten ambulanten Öffnung der Krankenhäuser. Hier entstehe außerhalb der Bedarfsplanung ein neuer Markt. "So etwas kann man nicht dem ökonomischen Einzelinteresse des Krankenhauses überlassen."

Hustadt verwies darauf, dass es in NRW bereits erfolgreiche Klagen von niedergelassenen Ärzten gegen die Existenzbedrohung durch neue Klinikangebote gab.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Arzneimittel-Kompass 2025

GKV-Ausgaben: Arzneimittelpreise auf dem Prüfstand

Kooperation | In Kooperation mit: AOK Bundesverband

Warten auf Facharzttermine

KBV-Chef Gassen: Die meisten Patienten haben binnen drei Tagen einen Termin

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hypertonie

Smartwatch und Co.: Wie weit ist die manschettenlose Blutdruckmessung?

Lesetipps
Älterer Mann fasst sich an die linke Brust, Herzschmerzen

© iammotos / stock.adobe.com

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Eine Frau fässt sich in den Hacken und verzieht das Gesicht.

© fizkes / Getty Images / iStock

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen