Direkt zum Inhaltsbereich

Digitalisierung

Ethikerin warnt vor Fake-Beziehungen mit Pflegeroboter

Die Interaktion mit Menschen ist für Pflegebedürftige entscheidend. Die Ethikerin Constanze Giese kritisiert daher die Diskussion, menschliche Pfleger durch Roboter zu ersetzen.

Veröffentlicht:
Pillen oder Getränke, gebracht von einem Pflegeroboter? Dabei findet keine menschliche Interaktion statt. Auch Chatbots können nach Meinung der Ethikerin Constanze Giese nicht Beziehungen zu echten Menschen ersetzen.

Pillen oder Getränke, gebracht von einem Pflegeroboter? Dabei findet keine menschliche Interaktion statt. Auch Chatbots können nach Meinung der Ethikerin Constanze Giese nicht Beziehungen zu echten Menschen ersetzen.

© M.Dörr & M.Frommherz / stock.adobe.com

München. Pflegebedürftige Menschen dürfen nach Worten der Ethikerin Constanze Giese nicht mit „gefakten Beziehungen“ zu einem Pflegeroboter abgespeist werden. Wenn Personen dies als „Beziehungsersatz“ angeboten werde, ohne dass sie dies erkennen könnten, werde es ethisch problematisch, sagte Giese im Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenende).

Die Kommunikation etwa mit Chatbots könne schon heute als „sehr real“ erlebt werden. „Aber da ist dann ja niemand. Die Maschine hat kein echtes Interesse an mir.“

Entscheidend ist die Beziehung zu Menschen

Die Gesellschaft müsse sich fragen, was ihr wichtig sei, betonte Giese. „Als Beispiel für Roboter in Pflegeeinrichtungen gelten oft Serviceroboter, die Getränke verteilen und Menschen ans Trinken erinnern.“ Jedoch tränken viele Betroffene nicht einfach zu wenig, sondern seien zudem einsam. „Wenn ein Mensch das Getränk bringt, findet dabei immer Beziehung statt. Wenn ich das wegnehme, nehme ich Pflegequalität.“

Roboter regen zum Spielen an

Eine Alternative könnten Konzepte aus anderen Ländern sein, etwa aus Japan, wo Kitas und Seniorenheime unter einem Dach untergebracht würden. Auch sei es „eher unbedenklich“, wenn Unterhaltungselektronik bei gemeinsamen Aktivitäten genutzt werde, so die Ethikerin.

„Wenn ein kleiner Roboter die Bewohner einer Einrichtung anregt, gemeinsam zu spielen und zu singen. Dann hilft die Technik, menschlichen Kontakt herzustellen, den die Bewohner nicht mehr herstellen können.“ (KNA)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Kabinettsentwurf zur Pflegereform: Definitiv zu wenig

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

© HL

Herbstsymposium der Paul-Martini-Stiftung

Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Corona-Pandemie

Lockdowns: Ein hoher Preis für den Nachwuchs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Weniger Spätkomplikationen

Frühe HbA1c-Kontrolle zahlt sich aus

Lesetipps
Eine Frau sitzt am Tisch und misst ihren Blutzucker am linken Zeigefinger.

© Felippe Lopes / Generated with AI / Stock.adobe.com

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst