Deutsche Stiftung Organtransplantation

Fast ein Drittel weniger Organspenden im ersten Quartal 2022

2022 wurde bisher ein starker Rückgang von Organspendern und Organentnahmen verzeichnet. Grund könnte laut Deutscher Stiftung Organtransplantation auch die Situation in der Klinik sein.

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Die Ablehnung zur Organspende wächst. Darauf weist die Deutsche Stiftung Organtransplantation hin.

Die Ablehnung der Organspende wächst. Darauf weist die Deutsche Stiftung Organtransplantation hin.

© luuuusa / stock.adobe.com

Frankfurt/Main. Die Zahl der Organspender ist im ersten Quartal 2022 deutlich gesunken. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sprach am Freitag in Frankfurt von einem dramatischen Einbruch. Zwischen Januar und März habe es bundesweit nur 176 Organspender gegeben, knapp 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum mit 249 Spendern. Insgesamt wurden dabei 562 Organe entnommen; das entspricht einem Rückgang von etwa 30 Prozent (siehe nachfolgende Grafik).

Über das Eurotransplant-System, das Organe europaweit vermittelt, wurden im ersten Quartal in Deutschland 600 Organe an Spender übertragen – 24 Prozent weniger als im ersten Quartal 2021. DSO-Vorstand Axel Rahmel nannte den Rückgang dramatisch und verwies auf rund 8.500 Patienten, die in Deutschland auf ein überlebenswichtiges Organ warteten.

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Für die Gründe des Rückgangs gibt es laut Stiftung noch keine eindeutigen Erklärungen. Zu vermuten sei, dass wegen Corona die Arbeitsbelastung der Klinikmediziner so hoch sei, dass weniger Organspenden realisiert wurden. Die Statistik zeige auch, dass die Ablehnung gewachsen sei, im konkreten Fall der Organentnahme zuzustimmen. Nur bei etwa 15 Prozent der für eine Organentnahme potenziell geeigneten Spender habe es eine vorab erteilte, schriftliche Zustimmung gegeben.

Die DSO rief dazu auf, die Organspende weiter als gesamtgesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen. „Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen. Jeder von uns trägt hier eine große Verantwortung gegenüber den schwer kranken Menschen auf den Wartelisten. Aber ohne den Rückhalt, das Vertrauen und die aktive Zustimmung aus der Bevölkerung sind keine Organspenden möglich“, so Rahmel. (KNA)

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