National Health Service

Finanzspritze für Ärzte in Großbritannien

Nach krisengeschüttelten Jahren sollen Arztpraxen und Kliniken in Großbritannien 27 Milliarden Euro in diesem und nächsten Jahr bekommen. Hinzu kommen noch umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro zusätzlich, um marode Bauten wieder instand zu setzen und um veraltete Medizintechnik zu erneuern.

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London. Umgerechnet mehr als 27 Milliarden Euro in diesem und im nächsten Jahr zusätzlich für Arztpraxen und Kliniken in Großbritannien – mit dieser Ankündigung überraschte jetzt die britische Schatzkanzlerin, Rachel Reeves, Ärzte, Patienten und Öffentlichkeit. Erste Reaktionen aus der britischen Ärzteschaft sind positiv.

Reeves hatte die Vorlage ihres Haushalts im Londoner Unterhaus dazu genutzt, um Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen und Patienten des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) nach krisengeschüttelten schweren Jahren wieder neuen Mut zu machen.

Seit Monaten klagen Mediziner über die schlechten Zustände in den Kliniken und Hausarztpraxen, über lange Wartezeiten, verschobene Operationen sowie Probleme in der Notfallversorgung. Zudem hatten mehrere teils tagelang andauernde Streiks von Nachwuchsärztinnen und -ärzten sowie Pflegepersonal in jüngster Vergangenheit immer wieder für Probleme gesorgt.

Wichtiger Schritt, um marode Gesundheitsversorgung zu verbessern

Laut Regierung werde der NHS in diesem und im kommenden Jahr umgerechnet rund 26,3 Milliarden Euro zusätzlich für sogenannte front line services, also für die direkte medizinische Versorgung in Praxen und Kliniken, erhalten. Hinzu kommen dann noch umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro zusätzlich, um marode Bauten wieder instand zu setzen und um veraltete Medizintechnik zu erneuern.

Es sei „die größte Finanzspritze“ für Kliniken und Arztpraxen seit 2010, so die Schatzkanzlerin bei Vorlage ihres Haushalts. Ärztliche Berufsverbände im Königreich reagierten überwiegend positiv. „Das ist ein guter und wichtiger erster Schritt, um unsere marode Gesundheitsversorgung wieder zu verbessern“, so ein Sprecher des größten britischen Ärztebundes (British Medical Association, BMA) in London.

Andere medizinische Berufsverbände äußerten sich ähnlich positiv, wiesen aber gleichzeitig darauf hin, dass der NHS nicht zuletzt als Folge jahrelanger Unterfinanzierung weitere Finanzhilfen benötige, um langfristig wieder ein funktionierendes und krisensicheres Gesundheitswesen zu werden. (ast)

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