KOMMENTAR

Fortschritt - auch durch den GBA

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:

Es war die letzte Sitzung des Gemeinsamen Bundesausschusses in seiner erst vor vier Jahren geschaffenen Organisation. Und es war eine produktive Sitzung: entgegen dem gefühlten Trend, immer mehr Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung würden ausgegrenzt, tat der Bundesausschuss genau das Gegenteil - er erweiterte das Leistungsspektrum nicht unbeträchtlich. Neu hinzugekommen ist das Neugeborenen-Hörscreening, die weitere Öffnung der Krankenhäuser für ambulante Behandlung, PET-CT als Diagnose-Methode auch in der vertragsärztlichen Versorgung. . .

Zusammen mit einer Serie von Beschlüssen, die eine Folge von Leistungserweiterungen durch die letzte Gesundheitsreform sind, hat der Bundesausschuss die Kassenmedizin leistungsfähiger, moderner - aber auch teurer gemacht. Wie teuer, das ist bis jetzt noch nicht kalkuliert.

Bei kaum einer Leistung, die in den letzten zwölf Monaten neu in die GKV-Medizin aufgenommen worden ist, würde ernsthaft jemand behaupten, dies sei nicht sinnvoll oder nicht notwendig. Tatsächlich war dies auch nicht zu hören. Dieses Schweigen zeigt, dass Sonntagsredner auf so manchem Gesundheitskongress mit ihren Forderungen nach einer Grundleistungsmedizin und offener Rationierung Scheinwelten errichten. Spätestens montags kommt der Fortschritt, meistens zäh und hart erkämpft. Genauso wie seine Finanzierung, um die ebenso schwer gerungen werden muss.

Lesen Sie dazu auch: GBA beschließt neue Kassenleistungen

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