Krankenkassen

Fußsyndrom: Erfolgreicher IV-Vertrag wird ausgeweitet

Von einem Vertrag für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom sollen bald AOK-Versicherte in fünf Regionen Schleswig-Holsteins profitieren.

Veröffentlicht: 07.09.2011, 11:56 Uhr

RATZEBURG (di). Ein vor fünf Jahren gestarteter IV-Vertrag für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom ist in Lauenburg erfolgreich. Nun wird das Modell auf vier weitere Regionen in Schleswig-Holstein übertragen.

Darauf verständigten sich die AOK Nordwest und die Arbeitsgemeinschaft Diabetologischer Schwerpunktpraxen Schleswig-Holstein. Der Vertrag gilt künftig auch für die Regionen Flensburg, Schleswig, Kiel und Neumünster.

26 Hausärzte beteiligt

Für den im Herzogtum Lauenburg im Jahr 2006 vereinbarten Integrationsvertrag ist das regionale Praxisnetz Partner der AOK. Beteiligt sind dort zwei Schwerpunktpraxen, elf Spezialisten, 26 Hausärzte und eine Fußambulanz.

Das Netz hat dabei die Funktion einer Managementgesellschaft übernommen, rekrutiert Patienten und kauft alle ärztlichen und weiteren Leistungen inklusive der Wundversorgung ein.

Leistungsbezogene Vergütung

Die Vergütung erfolgt leistungsbezogen im Rahmen eines kalkulierten Budgets. Zentraler Koordinations- und Versorgungspunkt ist die Fußambulanz am Ratzeburger Krankenhaus.

Von dort wird unter anderem die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Leistungserbringern abgestimmt, es werden Fallkonferenzen und Weiterbildungen abgehalten.

Das Krankenhaus ist Mitglied im Praxisnetz. Voraussetzung für die Einschreibung in den Vertrag ist die Teilnahme an einem Disease Management Programm Diabetes.

Forster: Zahlen über längeren Zeitraum betrachten

Die Behandlung der eingeschriebenen Patienten ist für die Krankenkasse trotz der Programmkosten in Höhe von 1283 Euro je Patient im Schnitt rund 650 Euro günstiger als die von nicht eingeschriebenen Patienten.

Die Gesamtkosten für nicht eingeschriebene Patienten liegen bei 10 948 Euro. Die Einsparung ist in erster Linie auf geringere stationäre Kosten zurückzuführen.

Angelika Forster, Abteilungsleiterin Besondere Versorgungsformen bei der AOK Nordwest, warnt zum jetzigen Zeitpunkt aber noch vor Euphorie. "Wichtig ist die Betrachtung der Zahlen über längeren Zeitablauf", sagte Forster.

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