Direkt zum Inhaltsbereich

GKV-Arzneiausgaben sinken deutlich

Die Zwangsrabatte von Herstellern, Apotheken und des Großhandels bescheren den Kassen enorme Einsparungen und addierten sich bis April auf rund 1,2 Milliarden Euro.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN (fst). Die Kostendämpfungsmaßnahmen der jüngsten Gesundheitsreformen haben die GKV-Ausgaben für Arzneimittel und Impfstoffe im April um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat sinken lassen.

Die Kassen zahlten 2,43 Milliarden Euro für Arzneimittel und etwa 60 Millionen Euro für Impfstoffe. Auch der Absatz nach Packungen ist stark um 4,1 Prozent auf 55,5 Millionen gesunken, teilt das Beratungsunternehmen IMS Health mit.

Zwangsrabatte berücksichtigt, Rabattverträge nicht

In diesen Zahlen sind die Zwangsrabatte von Herstellern und Apotheken berücksichtigt, nicht aber die Einsparungen aus Rabattverträgen.

Im Jahresverlauf ergeben sich bislang Gesamtausgaben der Kassen von rund 9,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um 4,7 Prozent im Vergleich zum Januar bis April 2010. Die Zahl der abgegebenen Packungen bleibt mit 229 Millionen fast konstant (plus 0,5 Prozent).

Zwangsabschläge für Apotheken und Großhandel kommen Kassen zugute

Motor der Entwicklung sind die drastisch gestiegenen Zwangsabschläge vor allem der Hersteller zugunsten der Kassen. Sie nahmen in den ersten vier Monaten von 344 (2010) auf 749 Millionen Euro zu. Die Apotheken mussten statt für 355 (2010) nun für 415 Millionen Euro Abschläge leisten.

Der Großhandel wurde im gleichen Zeitraum mit 55 Millionen Euro belastet, er muss seit Jahresbeginn einen Abschlag von 0,85 Prozent auf den Herstellerabgabepreis leisten. Somit addiert sich das Entlastungsvolumen der Kassen Ende April auf 1,2 Milliarden Euro.

Auch in den KV-Regionen ist die Entwicklung stagnierend oder leicht rückläufig. Am stärksten, um 2,4 Prozent, ist die Zahl der abgegebenen GKV-Packungen in Sachsen zurückgegangen. Das deutlichste Wachstum verzeichneten Bremen (1,9 Prozent) sowie Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein (je 0,8 Prozent).

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Welttag der Patientensicherheit

KBV: Diagnostik hat nichts in Apotheken und Drogerien zu suchen

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wird oft übersehen

Wie sich Migräne bei älteren Menschen zeigt

Daten aus Deutschland

Übertherapie mit Schilddrüsenhormon L-Thyroxin hält an

Lesetipps
Cannabis-Blatt

© yellowj / stock.adobe.com

Cannabis

Cannabinoide bei Schmerzen: Wann einsetzen, wie dosieren?

Thermostatisches Heizkörperventil, das die Raumtemperatur zur Energieeinsparung regelt.

© MPfoto71 / CHROMORANGE / picture alliance

Start des Gebäudemodernisierungsgesetzes

Heizungstausch geplant? Diese neuen Regelungen kommen auf Eigentümer zu