Berufspolitik

Gastroenterologen sorgen sich um Honorare

KÖLN (iss). Gastroenterologen in Nordrhein warnen davor, dass die neuen Honorarregelungen zum 1. Juli die schlechte Vergütung der Gastroskopie festschreiben könnten. Die Befürchtung: Die KV Nordrhein könnte die qualitätsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) auf Basis des Jahres 2009 berechnen statt auf der des Jahres 2008. Die KVNo hält die Ängste für unbegründet.

Veröffentlicht: 18.05.2010, 15:00 Uhr

Die Gastroenterologen erhielten zurzeit für die Gastroskopie in Nordrhein gerade einmal 30 Euro, sagt Dr. Arno Theilmeier, Vorsitzender der Regionalgruppe Nordrhein im Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen. "Dafür kann man die Leistung nicht kostendeckend erbringen." Der Umsatz seiner Praxis sei im vergangenen Jahr bei gleich bleibenden oder sogar steigenden Kosten um 60 000 Euro gesunken, sagt Theilmeier. 2010 setze sich der negative Trend fort. Das Problem sei, dass Gastroenterologen außerhalb der Regelleistungsvolumina kaum freie Leistungen abrechnen können.

Die Hoffnung war, dass sich die Situation durch die Änderungen zum 1. Juli verbessert. Die KVNo habe die Auswirkungen der neuen Systematik simuliert, sagt Theilmeier. Dabei habe sie - anders als vom Bewertungsausschuss vorgesehen - die Werte aus dem Jahr 2009 zugrunde gelegt. Dort schlagen die Verzerrungen zu Buche, die durch die Ausweitung der freien Leistungen entstanden sind - das würde das niedrige Niveau für die Gastroskopie zementieren.

Bei der Simulation habe es sich ausdrücklich nur um erste Berechnungen gehandelt, sagt KVNo-Sprecherin Ruth Bahners. Die Sorgen der Gastroenterologen seien unbegründet. "Wir werden den Beschluss des Bewertungsausschusses buchstabengetreu umsetzen", kündigt sie an.

Theilmeier hält es für notwendig, die RLV der Fachgruppe entweder besser auszustatten oder die Gastroskopie herauszurechnen.

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