Direkt zum Inhaltsbereich

Gefesselt im Heim: NRW-FDP fordert Zahlen

DÜSSELDORF (akr). Die FDP im Düsseldorfer Landtag wirft der Landesregierung vor, ihrer Berichtspflicht über freiheitsbeschränkende Maßnahmen in den Heimen Nordrhein-Westfalens nicht nachzukommen.

Veröffentlicht:
Am Fest gefesst: In NRW will die FDP Zahlen sehen.

Am Fest gefesst: In NRW will die FDP Zahlen sehen.

© dpa

Das seit drei Jahren geltende Wohn- und Teilhabegesetz des Landes schreibt vor, dass Heime Anordnungen wie Fixierungen in Betten oder das Einschließen von Bewohnern dokumentieren müssen.

Doch bislang liegen keine verlässlichen Zahlen zu diesen Praktiken vor, kritisieren die Liberalen. Die FDP fordert deshalb die zuständige Ministerin Barbara Steffens (Grüne) auf, über freiheitsbeschränkende Maßnahmen in den Pflegeheimen Transparenz herzustellen.

"Viele Menschen haben berechtigt Angst, in einem Heim ihre Selbstbestimmung zu verlieren und dass sie gegen ihren Willen eingesperrt oder ans Bett gefesselt werden", sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Dr. Stefan Romberg.

Auf das notwenige Maß beschränken

Der Arzt fürchtet, dass eine erschreckend hohe Zahl von Heimbewohnern freiheitsbeschränkend behandelt werden könnte. Wegen des erheblichen Eingriffes in das Selbstbestimmungsrecht und die Selbstständigkeit der Bewohner müssten diese Maßnahmen auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden.

Das sieht auch Steffens so. Nach Auffassung der Ministerin besteht die Veröffentlichungspflicht aber erst, wenn eine entsprechende Rechtsverordnung Kriterien dafür festlegt.

Diese Auffassung habe auch ihr Vorgänger Karl-Josef Laumann (CDU) vertreten, sagte Steffens vor dem Landtag. Das Gesetz stammt aus der Zeit der schwarz-gelben Koalition in NRW, die im Sommer 2010 abgelöst wurde.

Das sei nicht das einzige Problem. "In dem jetzigen Gesetz steht zwar, dass die Daten veröffentlicht werden müssen, aber nicht, dass wir als Ministerium sie bekommen müssen", sagte Steffens.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Soziale Pflegeversicherung

Betriebskrankenkassen warnen vor „Hängepartie in der Pflege“

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tests für die Diagnostik

Akuter Kreuzschmerz: Tipps für ein pragmatisches Vorgehen in der Praxis

Lesetipps
Ins Fitnessstudie statt zum Geburtstag der Oma: Wer eine starke Verpflichtung spürt, Sport zu treiben, könnte eine Muskeldysmorphie haben.

© ME Image / Stock.adobe.com

Krafttraining bis zur Erschöpfung

„Adonis-Komplex“: Was Ärzte beim Verdacht auf Muskeldysmorphie tun können

Ein Hund streckt seine Zunge raus

© gismo2015 / Stock.adobe.com

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt