Baden-Württemberg

Gesetzliches Hilfspaket für psychisch Kranke

Im Südwesten wird die Versorgung von psychisch kranken Menschen neu geregelt. Sozialministerin Altpeter hat die Eckpunkte des neuen Psychiatriegesetzes vorgestellt.

Veröffentlicht:
Landessozialministerin Katrin Altpeter setzt auf Sozialpsychiatrische Dienste für die ambulante Grundversorgung von psychisch Kranken.

Landessozialministerin Katrin Altpeter setzt auf Sozialpsychiatrische Dienste für die ambulante Grundversorgung von psychisch Kranken.

© Franziska Kraufmann / dpa

STUTTGART. In Baden-Württemberg sollen sogenannten Sozialpsychiatrische Dienste (SpDi) die ambulante Grundversorgung psychisch Kranker übernehmen. Ihre Zahl soll von bisher 67 auf 100 steigen.

Das sehen die Eckpunkte für ein "Gesetz zur Hilfe für psychisch kranke Menschen" vor, die Landessozialministerin Katrin Altpeter (SPD) am Donnerstag vorgestellt hat.

Darin soll die Rechtsstellung psychisch Kranker bei Behandlung, Pflege und Betreuung gesetzlich gestärkt werden, heißt es.

Stadt- und Landkreise werden verpflichtet, Gemeindepsychiatrische Verbünde (GPV) einzurichten. Bisher ist das erst in drei Viertel der 44 Stadt- und Landkreise geschehen. Ziel sei es, ambulante und stationäre Angebote besser zu verzahnen.

Landessozialminsterin will zentrales Melderegister

Die Eckpunkte sehen weiter vor, dass die Kreise Informations-, Beratungs- und Beschwerdestellen (IBB-Stellen) schaffen. Sie sollen "niederschwellig" arbeiten, Beschwerden nachgehen und Betroffenen und Angehörigen kostenlos Beratung anbieten.

Auf Landesebene wird zudem eine Ombudsstelle etabliert, die die IBB-Stellen beraten und dem Landtag gegenüber berichtspflichtig sein soll.

Altpeter plädiert zudem für ein zentrales Melderegister, in dem alle freiheitsentziehenden Zwangsmaßnahmen verzeichnet werden. Auch die Unterbringung psychisch Kranker soll in dem Gesetz geregelt werden. Altpeter hofft, dass das neue Regelwerk im Sommer in Kraft treten kann.

Die Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Württemberg hat es begrüßt, dass die Landesregierung die veschiedenen Maßnahmen in einem Landespsychiatriegesetz bündeln will.

TK: Immer mehr stationäre Behandlungen aufgrund psychischer Störungen

Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung, verwies darauf, dass die Zahl der Menschen, die aufgrund psychischer Störungen stationär behandelt werden mussten, zwischen 2000 und 2011 von 103.000 auf 135.000 gestiegen sei.

Die TK mahnte zugleich, die geplanten neuen Einrichtungen dürften nicht zu mehr Bürokratie führen. "Um die Qualität der Behandlung zu verbessern, braucht es zunächst Transparenz, wie die Behandlung abläuft", sagte Vogt.

Er begrüßte in diesem Zusammenhang das geplante "pauschalisierende Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen" (PEPP). Das umstrittene PEPP-System wird in den kommenden Jahren schrittweise eingeführt. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastbeitrag

Diabetes und Beruf: Schluss mit pauschalen Ausschlüssen!

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht

Diabetische Retinopathie

Auch Hypoglykämien werden der Netzhaut gefährlich

Lesetipps
Eine Pillenbox gefüllt mit Medikamenten.

© Mouse family / stock.adobe.com

Tipps aus der Medizin, Pflege und Pharmazie

Wie sich die Adhärenz bei oraler Tumortherapie steigern lässt

Ein Paragrafenzeichen in blau und im Hintergrund verschwommene Paragrafen.

© Steffen Kögler / stock.adobe.com

Juristische Fallstricke

So lassen sich Haftungsrisiken in der Hausarztpraxis minimieren

Pertussis: Auch die Großeltern impfen?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Pertussis: Auch die Großeltern impfen?