Forscher

Gesundes Altern ist planbar

Drei "S" sind für ein Altern mit Wohlbefinden wichtig, so Wissenschaftler: Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und soziale Kontakte.

Veröffentlicht:

HAMBURG. Eine Art Blaupause für gesundes Altern lässt sich aus den Ergebnissen verschiedener Forschungsverbünde ableiten, die jüngst in Hamburg ihre Arbeit vorgestellt haben. Dabei spielen nicht nur medizinische Fragen eine Rolle.

"Entscheidende Faktoren für ein Altern in Wohlbefinden sind das Bewahren der Selbstständigkeit und Selbstbestimmung im Alter", sagt Professor Wolfgang von Renteln-Kruse. Der Gastgeber und Sprecher des LUCAS-Verbundes (Longitudinale Urbane Cohorten Alters Studie) hat sich in Hamburg mit Kollegen aus sechs interdisziplinären Forschungsverbünden ausgetauscht.

Altersmediziner Renteln-Kruse hatte gute Nachrichten, denn: "Diese Faktoren sind beeinflussbar, ein gutes und gesundes Altern ist also möglich und in Teilen sogar planbar."

Außerdem stellte der Chefarzt der Medizinisch-geriatrischen Klinik im Hamburger Albertinen heraus, dass gesundheitliche Reserven von Körper, Psyche und Kognition sich durch gezielte Beratung und Gesundheitsförderung ausbauen lassen. Die drei Komponenten entscheiden wesentlich über Mobilität, Mortalität und Funktionalität im Alter.

Als entscheidender Faktor, der zum Wohlbefinden im Alter beiträgt, wurden soziale Kontakte genannt. Um Gesundheit im Alter zu fördern, sollten Unterschiede der Geschlechter stärker berücksichtigt werden, lautet eine Empfehlung.

Frauen geben im Alter häufiger körperliche Funktionsstörungen an, Männer Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit. Für multimorbide Patienten im Alter wird zu gezielten Behandlungsstrategien geraten, die die Wechselwirkungen der einzelnen Krankheiten besser als bislang berücksichtigen.

Auch in Hausarzt-Sprechstunden wünschen sich die Forscher eine bessere Abstimmung auf die Belange dieser Patientengruppe. Aus Bochum kommt die Empfehlung für ein multiprofessionell organisiertes Versorgungsmodell, das unter anderem die Medikation und die körperliche Aktivität beobachtet. (di)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Bilanz zu Frühsommer-Meningoenzephalitis

Weniger FSME-Erkrankungen, aber neue Risikogebiete

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Globale Studiendaten

Mehr als eine Milliarde Menschen mit Adipositas

Lesetipps
Verschiedene Gesichter

© Robert Kneschke / stock.adobe.com / generated with AI

Tag der Seltenen Erkrankungen

GestaltMatcher – Per Gesichtsanalyse zur Orphan Disease-Diagnose

Eine Koloskopie

© Kzenon / stock.adobe.com

Nutzen-Risiko-Evaluation

Familiär gehäufter Darmkrebs: Screening ab 30 sinnvoll