Cybercrime und Terrorismus

Gesundheitsdaten – der Terrorstoff von Morgen?

War Wannacry und das erpresserische Lahmlegen von Kliniken erst der Anfang cyberkrimineller Fantasien? Der am Mittwoch veröffentlichte „Global Terrorism Index“ spielt mit horrenden Missbrauchs-Szenarien von Gesundheitsdaten durch Terroristen in naher Zukunft.

Veröffentlicht: 05.12.2018, 12:51 Uhr

LONDON. Cyberkriminalität könnte in Zukunft zu einer neuen Qualität des internationalen Terrors führen. Dies prognostiziert zumindest der Think Tank Institute for Economics & Peace (IEP) in seinem am Mittwoch für 2018 veröffentlichten „Global Terrorism Index“ (GTI).

Darin verweisen die Autoren auf die Wannacry-Attacke aus dem vergangenen Jahr, im Zuge derer auch viele Gesundheitseinrichtungen weltweit Opfer von Cyberkriminellen wurden. Die Bedrohung könnte ein größeres Ausmaß einnehmen als die, mittels derer zum Beispiel der Islamische Staat (IS) in der jüngeren Vergangenheit die Welt in Atem gehalten hat.

„In naher Zukunft werden schlagfertigere, fachkundigere und gefährlichere Gruppen als der sogenannte Islamische Staat oder die weiße US-amerikanische, nationalistische Organisation ‚Unite the Right‘ aufkommen“, wird gewarnt. Und diese könnten es dann gezielt auf menschliche Daten abgesehen haben. „Was, wenn solche Gruppen menschliche Daten einkaufen und diese als Waffe einsetzen, um Kliniken zum Erliegen zu bringen?“, heißt es beispielsweise.

Auch stehe das Szenario im Raum, dass sich neuen Gruppen organisieren, die eine hohe Attraktivität speziell auf Frauen ausüben, die ihnen dann ideologisch-sympathisierende Kinder großziehen könnten. „Und was, wenn sie an chemische und biologische Stoffe gelangen und dicht besiedelte Zentren oder globale Logistikplattformen wie die Straße von Hormus bombardieren?“, wird auf ein weiteres Drohszenario hingewiesen. (maw)

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Prognose: Wie Gesundheit zum Terrorstoff der Zukunft werden könnte

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