Charité zu Kreml-Kritiker

Gesundheitszustand von Nawalny ist stabil

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny befindet sich weiterhin im Koma. Die Charité fragt Laborexperten um Rat.

Veröffentlicht: 28.08.2020, 17:06 Uhr
Ein Polizeiauto steht am Eingang der Zentralen Notaufnahme der Berliner Charite. In der Klinik wird der russische Oppositionelle Nawalny behandelt. Ärzte der Berliner Charite gehen davon aus, dass der Kremlkritiker vergiftet wurde.

Ein Polizeiauto steht am Eingang der Zentralen Notaufnahme der Berliner Charite. In der Klinik wird der russische Oppositionelle Nawalny behandelt. Ärzte der Berliner Charite gehen davon aus, dass der Kremlkritiker vergiftet wurde.

© Fabian Sommer/dpa

Berlin. Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny wird seit vergangenem Samstag in der Berliner Charité behandelt. Sein derzeitiger Gesundheitszustand sei stabil, wie die behandelnden Ärzte mitteilen. „Die Symptomatik der durch eine Cholinesterase-Hemmung ausgelösten cholinergen Krise ist rückläufig“, heißt es in einer Erklärung.

Nawalny befinde sich aber weiterhin auf einer Intensivstation im künstlichen Koma und werde maschinell beatmet. „Sein Gesundheitszustand ist unverändert ernst, ohne das akute Lebensgefahr besteht“, so die Charité-Ärzte. Immer noch seien mögliche Langzeitfolgen der schweren Vergiftung aber nicht absehbar.

Bundeswehrlabor soll helfen

Die Charité soll zudem diskret Hilfe von der Bundeswehr erbeten haben, dies geht aus „Spiegel“-Informationen hervor. Die Bundeswehr unterhält in München ein Labor für Pharma- und Toxikologie, in dem die wohl besten Experten von Giften und chemischen Kampfstoffen arbeiten. Zusätzlich wurde auch das britische Forschungszentrum für Bio- und Chemiewaffen in Porton Down angefragt. Dies ergab eine gemeinsame Recherche des „Spiegel“ sowie der Rechercheplattform „Bellingcat“.

Das Labor in Porton Down war an den Untersuchungen auf den Anschlag auf Sergej Skripal, einem russischen Ex-Agenten, mit dem Nervengift Nowitschok beteiligt.

In Bulgarien erkundigen sich die Charité-Ärzte zudem über den Fall eines Waffenhändlers, der mit einem Organophosphat vergiftet wurde – vermutlich vom russischen Geheimdienst. Kanzlerin Angela Merkel soll sich täglich über den Gesundheitszustand des Patienten Alexej Nawalny informieren. (mas)

Mehr zum Thema

Gastbeitrag

Joe Biden ist die bessere Wahl

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Kognitive Fähigkeiten zerfallen: 1,6 Millionen Demenzkranke leben nach Schätzungen in Deutschland.

Welt-Alzheimertag

Neue Ansätze in der Demenz-Therapie

Viele Assistenzärzte konnten nicht nur während der Pandemie-Hochphase nicht in ihre eigentlichen Funktionsbereiche rotieren. Auch jetzt ist noch nicht überall der „Normalbetrieb“ wieder eingekehrt.

Ärzte berichten

Ärztliche Weiterbildung leidet unter Corona

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden