KOMMENTAR

Gewohnheitssache Praxisgebühr

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Knapp vier Jahre nach der Einführung der Praxisgebühr ist das Eintrittsgeld beim Arzt für Patienten keine Aufregung mehr wert. Die Fallzahlen haben sich wieder denen des Jahres 2003 angenähert. Ist die Wirkung dieser neuen Form der Selbstbeteiligung also verpufft, weil sich die Patienten dran gewöhnt haben?

Das wäre ein voreiliger Schluss. Was auf jeden Fall bleibt, ist die Entlastungswirkung der Krankenkassen im Milliardenbereich, auch wenn inzwischen mehr Patienten von der Zahlung der Gebühr befreit sind.

Außerdem: Die Praxisgebühr hat insofern nach wie vor steuernde Wirkung, als sie dem Doktor-Hopping vorbeugt. Ablesen lässt sich dies daran, dass die Fallzahlen bei Hausärzten am wenigsten zurückgingen und sich dort auch am schnellsten wieder normalisiert haben. Bei manchen Fachgruppen ist hingegen die Zahl der Patienten weiterhin im Minus.

Dass die Praxisgebühr Patienten, die an einem Hausarzt-Modell oder an einem DMP teilnehmen, teilweise erlassen wird, spricht nicht unbedingt gegen diese Form der Selbstbeteiligung. Ziel ist es, dass möglichst ein Arzt, und meistens der Hausarzt, eine koordinierende Aufgabe wahrnimmt. Dass Patienten wählen können, ist nicht grundsätzlich schlecht.

Lesen Sie dazu auch: Fallzahlen steigen - ist die Bremswirkung der Praxisgebühr zu Ende? Die Praxisgebühr ist Normalität geworden

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne aus Berlin

Die Glaskuppel zu Wartezeiten in Arztpraxen: Ultimative Fragen

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Lesetipps
Eine Krankenschwester misst die Temperatur einer älteren Frau mit einem berührungslosen Infrarot-Thermometer.

© amnaj - stock.adobe.com

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!