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Gezielte Hilfe für Menschen mit Depressionen

HAMBURG (di). Die Barmer Ersatzkasse will Menschen mit Depressionen besser helfen. Erste Schritte: Die Krankheit soll enttabuisiert, die Patienten sollen schneller zum richtigen Behandler gelotst werden.

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Eine breit angelegte Aufklärungsoffensive kündigte die stellvertretende Barmer-Vorstandsvorsitzende Birgit Fischer in Hamburg an. "Mit dem Verdacht auf Depression sollen unsere Versicherten künftig schneller an die Stellen gelangen, die ihnen helfen können", gab Fischer als Ziel der Aufklärung aus.

Wie das funktionieren könnte, soll in Kürze in Berlin in einem Pilotprojekt getestet werden. Dort wird eine ambulante Anlaufstelle eingerichtet, an der eine psychiatrische Fachkraft rund um die Uhr für Menschen mit Depressionen erreichbar sein wird.

Kernstück der Aufklärung ist eine Broschüre, mit der Laien die Krankheit besser erkennen und verstehen lernen. Auch ein Selbsttest mit neun Fragen ist entwickelt worden. Betriebe erhalten Unterstützung für Workshops, in denen gezielt Risiken und Schwachstellen am Arbeitsplatz aufgedeckt werden sollen. Fischer erhofft sich von solchen Maßnahmen, dass Depressionen künftig früher erkannt und Betroffene behandelt werden. "Damit können wir auch dazu beitragen, bestehende Kapazitätsengpässe in der Versorgung zu vermeiden", sagte Fischer.

Verwirrend ist nach Erfahrungen der Barmer für viele Patienten, dass unterschiedliche Fachgruppen für die Behandlung von Menschen mit Depressionen in Frage kommen. Dr. Ursula Marschall vom Kompetenzzentrum Gesundheit der Barmer sieht zumindest Patienten mit leichten Depressionen auch in Hausarztpraxen gut aufgehoben. Außerdem seien Hausärzte Koordinatoren für die weitergehende Behandlung.

Nach Zahlen des Gesundheitsreports der Kasse steigt die Zahl psychischer Erkrankungen an. Sie sorgen für 15,8 Prozent aller krankheitsbedingten Fehltage in Deutschland.

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