Hausärzteverband Baden-Württemberg

Globalen Freiheitsentzug beenden!

Der Hausärzteverband Baden-Württemberg fordert, dass die Kontaktsperren für alle aufgehoben werden. Nur vulnerable Gruppen bräuchten weiterhin Schutz.

Veröffentlicht:

Stuttgart. 85 Prozent der Coronavirus-Patienten werden von hausärztlichen Praxen aufgefangen und betreut, erklärt der Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Hausärzteverbandes in einem offenen Brief an die Politik.

Aufgrund der umfassenden Versorgung und der gewonnenen Erkenntnisse der Hausärzte an der Basis, hat der Verband ein Paket geschnürt, indem auch die bestehenden Maßnahmen der Regierung hinterfragt werden.

So fordern die Ärzte an der Basis eine sukzessive Öffnung der Kontaktsperren unter dem besonderen Schutz der Risikogruppen.

Vulnerable Gruppen schützen

Für chronisch kranke Menschen, Hochbetagte über 75 Jahre oder abwehrgeschwächte Menschen sollten Kontaktsperren aufrecht erhalten werden. Dies dürfe aber nicht „mit dem anhaltenden globalen Entzug der Freiheitsrechte aller einhergehen“, so die Hausärzte.

Schließlich müsse auch verhindert werden, dass viele chronisch kranke Patienten aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr die Praxen aufsuchten und sich dadurch einem Risiko aussetzten. Auch die Gefahr häuslicher Gewalt müsse mit einer teilweisen Aufhebung der Kontaktsperren Einhalt geboten werden.

„Wir erwarten von der Politik, dass sie konsequent die richtigen Maßnahmen ergreift und die Hausärztinnen und Hausärzte in ihrer Arbeit spürbar fördert und unterstützt“, erklären Dr. Berthold Dietsche und Dr. Frank-Dieter Braun, Hausärzteverband Baden-Württemberg in dem Brief. (ato)

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