Ebola-Epidemie

Gröhe fordert bessere internationale Zusammenarbeit

Die Unterstützung lief bei der Ebola-Epidemie nur schleppend an. Bei seiner Reise in die betroffenen Regionen Westafrikas hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) jetzt eine effektivere Zusammenarbeit der internationalen Hilfsorganisationen verlangt.

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ACCRA. Als eine Konsequenz aus der Ebola-Krise hat die Bundesregierung bei künftigen Katastrophen eine bessere Koordinierung der internationalen Hilfe angemahnt.

Die Hilfe für die von Ebola betroffenen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia sei zu Beginn nicht gut gelaufen, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am späten Mittwochabend in der ghanaischen Hauptstadt Accra.

Die Erfahrungen in Westafrika müssten jetzt auf internationaler und nationaler Ebene für die nächsten Krisen und Katastrophen aufgearbeitet werden.

Gröhe besuchte zusammen mit Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ein internationales Logistikzentrum der UN in Accra, an dem auch das deutsche Technische Hilfswerk (THW) beteiligt ist.

Jede Krise und Katastrophe habe ihre eigene Herausforderung, sagte Gröhe.

Staatliche Aufgabe, Hilfe zu koordinieren

Es sei staatliche Aufgabe, hier Anleitungen anzubieten, die die bisherigen Erfahrungen in einzelnen Bereichen aufbereiten und vorhalten.

Gröhe nannte als Beispiel, wenn eine an Ebola erkrankte Mutter auf die Isolierstation müsse, müssten sich die Helfer künftig auch Gedanken machen, wie deren Kinder zu versorgen seien.

Für die Katastrophenhilfe seien Mechanismen nötig, die schnell die UN- und nationale Organisationen in die Lage versetzten, effektiv zusammenzuarbeiten, sagte Gröhe.

Dies sei ein wichtiger Beitrag, was die internationalen Helfer aus der Ebola-Epidemie lernen könnten.

Es könne jedenfalls nicht sein, dass 300 internationale und nationale Organisationen im Krisengebiet nebeneinanderher arbeiteten, sagte Müller.

Der Entwicklungsminister bekräftigte, dass Deutschland eine "Weißhelmtruppe" einrichten wolle, deren Kernmannschaft die staatliche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) bilden solle.

Diese Truppe soll die deutschen Kompetenzen zur Krisenbewältigung bündeln.

Sie solle keine Konkurrenz zu den UN-Blauhelmen werden, sondern eine Ergänzung für den Wiederaufbau der von Katastrophen betroffenen Länder.

In der Zeit nach Katastrophen reichten Blauhelme nicht für den Wiederaufbau.

Eine solche "Weißhelmtruppe" solle auch auf europäischer und internationaler Ebene als Angebot verstanden werden, sagte Müller.

Herausforderung Syrien

Bereits in Syrien komme wieder eine neue Herausforderung auf die internationale Staatengemeinschaft zu.

Das Logistikzentrum UNHRD (UN-Humanitarian Response Depot) in Accra ist einer von sechs festen Logistikstandorten weltweit.

Er untersteht dem Welternährungsprogramm (WFP) und soll innerhalb von 48 Stunden eine Unterstützung bei Katastrophen jeglicher Art sichern. 

Hierfür werden den Angaben zufolge im Katastrophenfall medizinische Ausrüstung, Zelte, Fertignahrung sowie die nötige IT-Ausrüstung vorgehalten. (dpa)

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