Direkt zum Inhaltsbereich

Gynäkologen plädieren für die PID

Veröffentlicht:

MÜNCHEN (sto). Die Präimplantationsdiagnostik (PID) sollte in bestimmten Fällen den betroffenen Paaren auch in Deutschland weiterhin zur Verfügung stehen und dürfe deshalb nicht verboten werden. Das hat gestern der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) Professor Klaus Friese beim Jahreskongress der Deutschen In-vitro-Fertilisations-Zentren in München gefordert.

Bei der PID gehe es nicht, wie vielfach argumentiert werde, um die Schaffung von Designerbabys, betonte Friese auf einer Pressekonferenz. Vielmehr solle durch die Diagnostik in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung Frauen geholfen werden, die oftmals wegen einer genetischen Belastung schon mehrere Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüche hinter sich haben.

Durch die Entscheidung des Bundesgerichtshofes zur PID Mitte des Jahres habe sich für Paare mit Kinderwunsch, bei denen ein Risiko für schwer erkrankte Kinder besteht, eine Lösung eröffnet, die jetzt nicht verboten werden sollte. Die PID sollte jedoch mit einem Indikationskatalog versehen werden, der von Ethikkommissionen überwacht wird, regte Friese an.

Das sei sicher ein aufwendiges Verfahren. "Das muss es uns aber wert sein", sagte der Reproduktionsmediziner.

Die PID werde im europäischen Ausland bereits seit vielen Jahren praktiziert, erinnerte Professor Christian Thaler von der Kinderwunsch-Ambulanz der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der LMU München-Großhadern. Angewendet werde die Methode allerdings nur bei einer sehr kleinen Gruppe von Patientinnen.

Bei europaweit jährlich etwa 600 000 Behandlungszyklen werde die PID lediglich in etwa 1600 Fällen genutzt, teilte Thaler mit.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor