Kommentar – GKV-Zuschuss für Beamte in Thüringen

Hamburg ist nicht mehr allein

Von Florian StaeckFlorian Staeck Veröffentlicht:

Erst Hamburg, jetzt Thüringen. Die Idee, Landesbeamten eine faire Wahl zwischen GKV und PKV zu geben, indem Staatsdiener einen 50-prozentigen Zuschuss zur GKV erhalten, findet Nachahmer. Anders als kolportiert, bleibt das Hamburger Modell kein Solitär. Zudem erwägen auch Berlin oder Brandenburg einen solchen Schritt.

Bisher wurde eine Alternative zum Beihilfesystem immer mit dem Verweis auf die langfristig höheren Kosten einer GKV-Versicherung abgebügelt. Hier ist in Erfurt spitz nachgerechnet worden: 2020 kostet die Beihilfe bereits 124 Millionen Euro, fast drei Mal so viel wie 2006.

Das von Hamburgs Sozialsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) ersonnene Modell hat Sprengkraft, schneidet es doch die PKV von einem Teil der ihr bislang von selbst zuwachsenden Neukundschaft ab.

Noch ist der Effekt überschaubar: Ein Jahr nach Inkrafttreten in Hamburg haben sich rund 1000 Neu-Beamte für die GKV entschieden. Je mehr Länder diese Option anbieten, desto größer wird der Druck auf das duale System.

Nach Verabschiedung des Termingesetzes TSVG fabulierten Teile der SPD, mit schnelleren Terminen für GKV-Patienten sei man in Richtung Bürgerversicherung unterwegs. Wahrscheinlicher ist, dass die Tempomacher dafür aus Erfurt und Hamburg kommen.

Lesen Sie dazu auch: Thüringen: Beamten wird GKV-Beitrag zur Hälfte bezahlt

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