Japan

Hausärzte warnen vor Folgen der "Abenomics"

Die Wirtschaftspolitik in Japan gefährdet die Versorgung der Patienten, so die Kritik der Ärzte.

Von Sonja Blaschke Veröffentlicht:
Japans Premierminister Shinzo Abe hat weitreichende Reformen angekündigt - auch in der Gesundheitspolitik.

Japans Premierminister Shinzo Abe hat weitreichende Reformen angekündigt - auch in der Gesundheitspolitik.

© KIMIMASA MAYAMA / dpa

TOKIO. Japan war lange stolz auf sein universales Gesundheitswesen, das allen Patienten gleichermaßen den Zugang dazu gewährt - und das bei geringer Eigenbeteiligung.

Doch dieses Grundprinzip könnte sich bald ändern, wenn es nach Premierminister Shinzo Abe geht. Er kündigte im Rahmen seiner "Abenomics" getauften Wirtschaftspolitik weitreichende Reformen an.

Denen könnte ein nur in Japan geltendes Verbot der "gemischten medizinischen Behandlung" zum Opfer fallen - und damit in den Augen der Japan Medical Association (JMA), der größten Ärztelobby, das gesamte System gefährden.

Bisher können Patienten in Japan Leistungen aus dem Versicherungskatalog und solche, die darin (noch) nicht enthalten sind, nicht kombinieren - außer sie tragen die Kosten für beide Leistungen selbst.

Zu selten werde bisher "gemischte Behandlung" gewährt und anteilig von der Kasse übernommen, sagen Kritiker, etwa bei neuen Behandlungsmethoden für Krebs, von denen man annimmt, dass sie bald in den Leistungskatalog aufgenommen werden.

Premier hat vor allem die Wirtschaft im Blick

Abe kündigte an, zum Wohl der Patienten die "gemischte medizinische Behandlung dramatisch" auszubauen. Was das konkret bedeutet und wie sich das auf die Patienten auswirkt, lesen Sie exklusiv in unserer App...

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