Hausärzteverband will Röslers Reformpläne kippen

BERLIN/KÖLN (hom). Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) stehen turbulente Wochen ins Haus: Aus Protest gegen die geplante Neuregelung zur hausarztzentrierten Versorgung soll es in den nächsten Wochen zu Praxisschließungen in ganz Deutschland kommen, hieß es nach einer Sitzung der Landesverbände des Deutschen Hausärzteverbandes in Köln.

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Patienten könnten demnächst vor verschlossenen Praxen stehen.

Patienten könnten demnächst vor verschlossenen Praxen stehen.

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Geplant sind zunächst Aktionen in den Wahlkreisen der Abgeordneten von Union und FDP, wie aus einem Strategiepapier hervorgeht, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt. Darin werden "Kampfmaßnahmen" beschrieben, mit denen die Hausärzte Röslers Pläne kippen wollen, das Honorar in Hausarztverträgen auf das im KV-System gängige Vergütungsniveau zu drücken. Die Kampagne soll unter dem Motto "Lüge - dieser Minister schadet Ihrer Gesundheit" laufen.

Mit der "Kampfansage" reagiere man auf wütende Briefe, in denen Hausärzte und deren Patienten erklärt hätten, dass sie sich die "Attacke" Röslers nicht bieten ließen, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. Auch der Ausstieg der Hausärzte aus dem KV-System werde erwogen. Dennoch sei man weiter gesprächsbereit. "Wenn der Minister nicht länger sein Ziel verfolgt, innovative Versorgungsmodelle zu beseitigen, sitzen wir im Interesse unserer Patienten sofort mit am Tisch."

Lesen Sie dazu auch: Hausärzte wollen mit "Politik der Nadelstiche" Rösler stoppen SPD erwägt Verfassungsklage gegen Gesundheitsreform "Hausärzte in Westfalen-Lippe behalten rote Laterne"

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