Hersteller fürchten unfaire Verfahren bei Nutzenbewertungen

Veröffentlicht:

DEGGENDORF (sto). Die geplante schnelle Nutzenbewertung von Innovationen ist im Grundsatz der richtige Einstieg in eine Preisregulierung patentgeschützter Arzneimittel, erklärt der Vorstandsvize der Barmer GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker.

Im Arzneimittel-Neuordnungsgesetz (AMNOG) ist vorgesehen, dass die Hersteller dazu ein Dossier beim Gemeinsamen Bundesausschuss einreichen. "Das ist ein Experiment, von dem wir nicht wissen, ob es funktionieren wird", sagte Schlenker beim Barmer GEK Forum 2010 in Deggendorf. Viel werde von der Mitwirkungsbereitschaft der Industrie abhängen.

Grundsätzlich befürworteten Hersteller eine Nutzenbewertung, da sie an einem stabilen System interessiert sei, erklärte Tim Husemann von MSD Sharp & Dohme. Eine frühe Nutzenbewertung ab 2011 übersteige jedoch alle Möglichkeiten, weil weder Inhalt noch Methode der Nutzenbewertung konkret ausgestaltet seien.

Die Festlegung wichtiger Vorgaben werde dem GBA übertragen, der jedoch von den Krankenkassen dominiert sei. Deren Interessen seien möglichst niedrige Preise. Daher stehe zu befürchten, dass die Voraussetzungen für faire und ergebnisoffene Nutzenbewertungen nicht gegeben sein könnten, erklärte Husemann. Dieses Problem könnte nach seiner Ansicht jedoch durch eine Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums gelöst werden.

Lesen Sie dazu auch: Interview: "Die Akzeptanz des IQWiG kann deutlich besser werden" Arzneibewertung als wettbewerbsfreie Zone BPI sieht mit dem Arznei-Sparpaket Chancen für Neuordnung vertan

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nächtlicher Augeninnendruckanstieg

Sind zwei Kopfkissen für Menschen mit Glaukom eines zu viel?

Lesetipps
Eine Frau steht am Empfang einer Praxis und spricht mit einer Praxismitarbeiterin.

© auremar / stock.adobe.com

Hausarzt und Gebietsärztin im Interview

Hausarztvermittlungsfälle: Wo es hakt und wie es besser ginge

Ärztin hält sich den Mund zu

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Beispiele aus der Praxis

Ärztliche Schweigepflicht in der Pädiatrie: Konfliktsituationen aus dem Alltag