Krankenkassen

Höhere Rabatte bremsen Arzneiausgaben

Im ersten Quartal stagnieren die GKV-Ausgaben für Arzneimittel. Die Kassen haben deutlich höhere Rabatte von Herstellern erhalten.

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Die GKV hat im ersten Quartel 2016 etwas weniger Geld für Arzneimittel ausgegeben.

Die GKV hat im ersten Quartel 2016 etwas weniger Geld für Arzneimittel ausgegeben.

© Doug Cannell / iStock.com

FRANKFURT/MAIN. Die Arzneimittelausgaben zu Lasten der GKV sind im ersten Quartal sogar leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahresquartal gewesen. Danach belief sich der Wert der Ausgaben auf 7,9 Milliarden Euro, 0,4 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, teilte das Beratungsunternehmen IMS Health mit.

Bei diesem Wert sind die Einsparungen aus Rabattverträgen und Abschlägen der Hersteller und Apotheken bereits berücksichtigt.

Hepatitis C-Ausgaben deutlich gesunken

Ursache für die Entwicklung sind maßgeblich die gestiegenen Einsparungen durch Rabattverträge. Zudem waren die Ausgaben für die Hepatitis C-Therapie deutlich rückläufig - 2015 hatten die GKV-Ausgaben nach der Einführung neuer Medikamente dagegen noch stark zugelegt.

Im Apothekenmarkt ist der Umsatz mit diesen antiviralen Medikamenten im Zeitraum von Januar bis Mai 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 42 Prozent auf 353 Millionen Euro eingebrochen.

Um knapp ein Prozent sank im ersten Quartal die Zahl der zu Lasten der GKV abgegebenen Packungen und belief sich auf 180 Millionen. Absatzzuwächse von rund drei Prozent verzeichneten nur einzelne Präparatgruppen, so etwa Analgetika, Thyreoidpräparate oder Lipidregulatoren.

Dagegen sank der Absatz für mehrere Antibiotika-Therapien deutlich: bei Makroliden waren es minus 13 Prozent, bei Cephalosporinen minus acht Prozent. Ebenfalls um acht Prozent ging der Absatz bei Expektorantien ohne antiinfektive Komponente zurück.

Abschlägen schlagen voll durch

Sprunghaft gewachsen sind die Einsparungen der gesetzlichen Kassen durch Abschläge, die Pharmahersteller leisten mussten. Zwar blieben von Januar bis einschließlich Mai dieses Jahres die Herstellerabschläge mit 688 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konstant. Doch die Einsparungen durch Erstattungsbeträge für neue Medikamente, die nach einer frühen Nutzenbewertung vereinbart werden, nahmen sprunghaft von 258 (2015) auf 443 Millionen Euro zu.

Hinzu kamen 175 Millionen Euro Nachlass, die die Pharmahersteller den PKV-Versicherungen gewähren mussten. Wenig Bewegung gab es hingegen bei den Apothekennachlässen, die bis Mai um zwei Prozent auf 475 Millionen Euro zunahmen. (fst)

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