Homöopathie-Kosten

Homöopathische Dosis reicht zur Finanzierung

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Es gibt merkwürdige Themenkarrieren, die durch den Blätterwald spuken. Diesmal sind drei Todesfälle bei einem Heilpraktiker nahe der niederländischen Grenze der Auslöser. Alle drei Patienten waren wahrscheinlich moribunde Krebskranke, mutmaßliche Ursache könnte ein nicht als Arzneimittel zugelassener experimenteller Stoff sein

Eine Kausalität ist freilich nicht belegt, sondern eine mögliche Hypothese im Rahmen der Ermittlungen. Eine ebenfalls nicht unwahrscheinliche These ist Betrug an hoffnungslos erkrankten Menschen.

Jenseits der Faktenlage setzen die Gralshüter der reinen Lehre von der evidenzbasierten Medizin eine Welle der Entrüstung in Gang und assoziieren: Heilpraktiker gleich Homöopathie gleich irrationale Verschwendung in der GKV.

Es gehört aber auch zu den Tatsachen, dass sich der Glaube an die Homöopathie vor allem in den Köpfen keineswegs bildungsferner Schichten festgesetzt hat - und gerade diese Klientel bei Krankenkassen wegen ihres hohen Deckungsbeitrags besonders begehrt sind.

Da Glaubenssachen nun einmal nicht zu diskutieren sind, hat der Gesetzgeber auch der GKV gewisse Freiheit gelassen. Das kostet GKV und PKV 100 Millionen Euro, 1,20 Euro pro Bürger im Jahr -eine homöopathische Dosis im Versicherungstopf.

Lesen Sie dazu auch: Homöopathie: 1,20 Euro für die Globuli

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Thomas Georg Schätzler 31.08.201614:15 Uhr

Mein Kommentar zum würdelosen Heilpraktiker-Gesetz

Vgl.
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/arzneimittelpolitik/article/918316/homoeopathie-120-euro-globuli.html#comment

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß

Verdacht auf Myokardinfarkt

Wenn erhöhte Troponine täuschen und es kein Herzinfarkt ist

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: Was bringen Digitoxin und Vericiguat?

Lesetipps
Eine Reihe von Sportutensilien (Fußball, Tennisschläger, Springsseil, etc.) in einer Sporttasche, die auf dem Boden steht.

© Pixel-Shot / stock.adobe.com

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt

Bei der Übung „Drei Minuten Atemraum“ geht es etwa darum, die aktuelle Tätigkeit für drei Minuten zu unterbrechen und bewusst in sich hineinzuhören. (Symbolbild)

© wang / stock.adobe.com / Generated with AI

Mehr Wohlbefinden im Praxisalltag

Praxisstress? Diese Achtsamkeitsübungen verschaffen Ihnen schnell wieder Luft